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BAHNAUSKUNFT: Telekom wegen teurer Bahnauskunfts-Werbung verurteilt

Die Deutsche Telekom musste vor Gericht eine Schlappe einstecken. Das Landgericht Bonn verurteilte die Telekom wegen irreführender Werbung für teure Bahnauskünfte.

Demnach darf die Telekom nicht mehr damit werben, über ihre eigene Auskunft (11833) direkt zur Bahnauskunft zu vermitteln, ohne in dieser Werbung auf höhere Gebühren hinzuweisen. Sollte das Unternehmen dennoch seine Werbung weiter betreiben oder betreiben lassen, droht im Einzelfall ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro, sagte Gerichtssprecher Daniel Radke auf Anfrage.

Werbung ist unlauterer Wettbewerb

Nach seinen Worten erging der noch nicht rechtskräftige Urteilsspruch der Kammer für Handelssachen bereits am 8. Oktober (Aktienzeichen 11 O 75/02). Die Richter befanden, die Telekom verstoße mit der Bahnauskunfts-Werbung gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Nach Auskunft des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen in Berlin hatte die Telekom seit Dezember letzten Jahres bundesweit auf Plakaten an Bahnhöfen und in Prospekten in Zügen für die schnelle Verbindung zur Bahnauskunft über ihre Auskunft geworben. In der Werbung wurde jedoch nicht darauf hingewiesen, dass nach der Weitervermittlung erheblich höhere Kosten (0,99 Euro/Min.) anfallen, als bei einer Direktwahl der Bahnauskunft (0,12 Euro/Min).

Höhere Gebühren bei Weitervermittlung

In der Begründung des Bonner Landgericht hieß es nach Auskunft des Bundesverbandes, dass der Verbraucher nicht davon ausgehen könne, dass die ihm über die Auskunftsnummer 11833 anfallenden höheren Kosten auch im Rahmen der Bahnauskunft berechnet werden und sich damit der Anruf erheblich gegenüber einer Direktanwahl der Bahnauskunft verteuert. Selbst wenn man unterstelle, dass man über die Nummer 11833 drei Mal so schnell den Auskunftserteilenden bei der Bahn erreicht als bei der Direktwahl, stehe diesem Vorteil die erhebliche Verteuerung des Tarifs gegenüber, befanden die Richter.

Hinweis vpr Vermittlung 'unerheblich'

Als unerheblich bezeichnete das Gericht die Praxis der Telekom, dass Anrufer unmittelbar vor der Weitervermittlung auf den Tarif hingewiesen würden. Dieser unterstellte Hinweis käme zu spät, da die Anrufer in der konkreten Situation kaum die entstehenden Mehrkosten alternativ gegen die Kosten bei einem Direktanruf der Bahnauskunft abwägen und in der Regel schon aus Bequemlichkeit das Gespräch nicht abbrechen würden. Bei einem aufklärenden Hinweis bereits in der Werbung hätten die Verbraucher dagegen die Möglichkeit eines Preisvergleichs.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.