Bankbetrug Neue SocGen-Aktien werden billig


Der Betrugskandal bei der Société Générale zwingt die französische Bank zu einer massiven Kapitalerhöhung. Um für die neuen Aktien überhaupt Abnehmer zu finden, werden sie jedoch mit einem massiven Abschlag ausgegeben. Experten sind über den billigen Ausgabekurs trotzdem überrascht.

Die von einem Handelsskandal erschütterte Großbank Société Générale will für eine Kapitalerhöhung neue Anteilsscheine weit unter ihrem letzten Aktienkurs ausgeben. Die Papiere sollten den Aktionären zum Preis von 47,50 Euro im Verhältnis eins zu vier angeboten werden, teilte das französische Institut am Montag mit. Das sind 38,9 Prozent weniger als der Schlusskurs am Freitag. Insgesamt will die Bank mit dem Geschäft 5,5 Milliarden Euro einnehmen. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Gewinnprognose für 2007. Die SocGen-Aktie brach am Montag um bis zu sechs Prozent ein.

Der angebotene Abschlag auf den letzten Schlusskurs ist größer, als viele Marktteilnehmer erwartet hatten. "Das ist ein sehr, sehr niedriger Preis. Er spiegelt die mangelnde Nachfrage am Markt wider", sagte ein Wertpapierhändler. Fondsverwalter hatten vergangene Woche mit einem Rabatt von maximal 30 Prozent gerechnet. SocGen-Konkurrent BNP Paribas hatte im März 2006 neue Aktien mit einem Abschlag von 15,5 Prozent angeboten, um seine Übernahme der italienischen Bank BNL zu finanzieren.

Milliardenverluste

Für 2007 prognostiziert SocGen nun einen Nettogewinn von 947 Millionen Euro. Ende Januar hatte das Institut noch 600 Millionen bis 800 Millionen Euro geschätzt. Damals hatte SocGen die Kapitalerhöhung bereits angekündigt. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass es wegen unbefugter Börsengeschäfte eines Händlers 4,9 Milliarden Euro verloren habe. Zudem schreibt das Institut infolge der US-Hypothekenkrise 2,6 Milliarden Euro ab. Darunter sind auch 600 Millionen Euro, die bisher nicht aufgeschlüsselt worden waren.

Die SocGen-Aktie reagierte mit einem kräftigem Minus auf die Nachrichten. Am Morgen notierte sie an der Pariser Börse nach zuerst noch größeren Verlusten rund drei Prozent niedriger bei 75,20 Euro.

Reuters Reuters

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