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BANKEN: Bankgesellschaft - vom Pionierprojekt zum Sanierungsfall

Die Berliner Bankgesellschaft ist auch nach der vor wenigen Monaten verabreichten Milliarden-Spritze noch nicht über den Berg.

Ob der Bankenkonzern auf Dauer Bestand haben kann oder aufgelöst werden muss, ist eine offene Frage. Unter dem Dach einer börsennotierten AG waren 1994 privatrechtlich organisierte Banken und ein öffentlich-rechtliches Institut zusammengeführt worden - ein Pionierprojekt. Wenige Jahre später steht die Bankgesellschaft für die schwerste Institutskrise seit Bestehen der Bankenaufsicht.

Riskante Immoblilienkredite

Riskante Kredite im expandierenden Immobiliengeschäft und Neubewertungen im Kreditgeschäft, auch als Folge der schwachen Wirtschaftsentwicklung im Osten, erforderten immer höhere Milliarden-Rückstellungen. Das Kernkapital wurde um zwei Milliarden Euro aufgestockt, was die EU-Kommission noch genehmigen muss. Das Land Berlin hält jetzt 81 Prozent, weil sich die NordLB und die Versicherungsgruppe Parion nicht im früheren Anteilsverhältnis an der Kapitalerhöhung beteiligten.

Senat übernimmt Immobilienrisiken

Die Bilanz 2000 geriet durch Risikovorsorge von 2,51 Milliarden Euro zur Katastrophe. Der als Sanierer angetretene Vorstandschef Wolfgang Rupf wurde inzwischen durch seinen Vertreter Hans-Jörg Vetter abgelöst. In den ersten neun Monaten 2001 war ein Verlust von 369 Millionen Euro (721,7 Mio DM) zu verkraften. Da der Senat die Immobilienrisiken übernimmt, gilt dennoch ein ausgeglichenes Jahresergebnis als möglich.

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