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Bestechungsskandal: Ermittlungen gegen Philips

Mitarbeiter des Elektronikkonzerns Philips haben offenbar Einkäufer verschiedener Elektronikmärkte bestochen. Ein Mitglied der Geschäftsführung soll die Bestechung angeordnet haben - "im Rahmen einer Verkaufsförderungskampagne".

Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt einem Zeitungsbericht zufolge wegen Bestechung gegen mehr als 100 Mitarbeiter von Philips, der Media-Saturn-Holding und anderer Elektronikmärkte. Derzeitige und ehemalige Beschäftigte des niederländischen Elektronikkonzerns Philips sollen Einkäufern der Elektronikmärkte Geschenke angeboten haben, um Aufträge zu erhalten, wie die Financial Times Deutschland berichtet.

Ein ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung von Philips Deutschland solle die Bestechung in den Jahren 2000 bis 2002 angeordnet haben. Damit habe der Umsatz im Geschäftsbereich Haushaltsgeräte erhöht werden sollen. Dem Zeitungsbericht zufolge begann die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Mai dieses Jahres. In der Deutschland-Zentrale von Philips seien vor einigen Wochen Unterlagen sichergestellt worden.

Manipulation im großen Stil

Die Media-Saturn-Unternehmensgruppe bestätigte am Abend, dass gegen Mitarbeiter eines "unserer großen Lieferanten" wegen Bestechung ermittelt werde. "Dieser hatte im Rahmen einer Verkaufsförderungskampagne Mitarbeitern verschiedener Elektrofachhändler, darunter auch von Media Märkten und Saturn-Häusern, Prämien offeriert, die an ein bestimmtes Auftragsvolumen gebunden waren."

Die genaue Anzahl der Fälle der Vorteilsnahme könne das Unternehmen gegenwärtig noch nicht abschätzen, da sich auf den Empfängerlisten auch eine sehr große Anzahl fingierter Namen befände, also von Personen, die nie Mitarbeiter eines Media Marktes oder eines Saturn-Marktes gewesen seien.

Auch ein Sprecher von Philips Deutschland bestätigte die Untersuchung. Diese richte sich aber nicht gegen das Unternehmen, sondern gegen weniger als zehn ehemalige Mitarbeiter, betonte er.

Reuters / Reuters