Börsen US-Börse Nasdaq erwirbt Mehrheit an Brüsseler Easdaq


Die US-Technologiebörse beginnt ihre europäische Expansion mit 58 Prozent an der Easdaq und tritt in weltweite Konkurrenz zur Wall Street.

Im Zuge ihrer europäischen Expansionspläne will die US-Technologiebörse Nasdaq die Mehrheit an der Brüsseler Wachstumsbörse Easdaq erwerben. Die Nasdaq wird dabei 58 Prozent der Easdaq übernehmen, teilte die weltweit zweitgrößten Börse mit. Die Easdaq soll eine wichtige Verbindung in der globalen Handelsplattform der Nasdaq einnehmen. Über den Erwerb hinaus wird aber auch weiterhin mit möglichen anderen Partnern in Europa gesprochen. Finanzielle Details zu dem Kauf der Anteile wurden nicht genannt, in den üblichen Expertenkreisen wurde aber die Summe von 14 Millionen Euro genannt. An der 1996 gegründeten Easdaq notieren mit derzeit 62 Firmen deutlich weniger als die ursprünglich geplanten 500.

Namensänderung in Nasdaq Euopa

Weiter kündigte die Nasdaq an, dass die Easdaq in Nasdaq Europa umbenannt wird. Im Mai oder Juni soll das neu entwickelte Handelssystem ETS für Europa eingeführt werden. Zudem solle in enger Zusammenarbeit mit den Marktteilnehmern ein anwenderkontrollierte, zentrale Gegenpartei geschaffen werden. Dies ist eine elektronische Schnittstelle zwischen Käufern und Verkäufern, die einen anonymen Handel ermöglicht.

An der Easdaq sollen nach der Übernahme europäische Erst- und Zweitlistings sowie Aktien von US-Unternehmen und weitere amerikanische Anlegerprodukte angeboten werden. Die Nasdaq hatte bereits im vergangenen Jahr eine Tochter in Asien gegründet und zudem mehrfach angekündigt, durch ein weiteres Standbein in Europa einen weltweiten 24-Stunden-Handel anbieten zu wollen.

Wettberwerb der US-Börsen

Durch einen Einstieg bei der Easdaq könnte die Nasdaq nach Einschätzung von Experten im internationalen Wettbewerb mit der New York Stock Exchange (NYSE) - der »Wall Street« - aufholen, wenn internationale Börsenregularien weiterentwickelt würden und dadurch mehr europäische Unternehmen für den Handel in den USA zugelassen würden. Bisher werden nicht-amerikanischen Firmen sehr hohe Auflagen für den Gang an den US-Markt gemacht.

Die Nasdaq war im vergangenen Jahr auch in die damals geplante Fusion der Börsen Frankfurt und London eingebunden gewesen. Nachdem diese Fusion scheiterte, gab es wiederholt Spekulationen über ein Zusammengehen der Nasdaq mit der Börse London oder der Deutsche Börse AG.


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