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Neues Gesicht für Brandt Deutschland sucht das Zwieback-Kind


Zwieback-Hersteller Brandt geht auf die Suche nach einem neuen Gesicht: Sieben neue Kinder werden ab Januar 2017 die Packungen zieren. Doch keine Sorge, das alte Kind soll zunächst erhalten bleiben. 

Seit 1983 begleitet uns der pausbäckige blonde Junge mit akkuratem Topfhaarschnitt auf der orangefarbenen Brandt-Packung durch Magen-Darm-Grippen, bei eisernen Abnehm-Vorhaben oder wenn wir einen kleinen Zwischendurch-Hunger bekommen. Doch wenn das Kindergesicht auf der Packung schon selbst erwachsen ist und wahrscheinlich Kinder hat, ist es vielleicht Zeit für was neues. Oder?

Ab Januar 2016 können Eltern aus der ganzen Republik ihre Kinder ins Rennen um die Packung schicken, im Juni wählt die Jury aus allen Einsendungen 30 Kinder für ein persönliches Casting aus. Am Ende können die Kunden aus 15 Kindern ihre sieben Favoriten wählen. "Wir lassen extra die Verbraucher mitentscheiden", sagte der 31-jährige Christoph Brandt, "das Gesicht muss schließlich allen gefallen." Wichtig ist, dass die Kinder zwischen sechs und acht Jahre alt sind, optisch gibt es keine Vorgaben: Ob blond, brünett, mit Brille oder Segelohren - wer sein Kind für geeignet hält, kann es ab Ende des Jahres online anmelden.

Das bisherige Kind auf der Brandt-Packung bleibt

Diese sieben Kinder werden ab Januar 2017 zusätzlich zum bisherigen Werbegesicht die Packung schmücken. "Mal schauen, ob die Verbraucher ein neues Gesicht möchten - wenn das bisherige Kind bleiben soll, werden wir das natürlich berücksichtigen", sagte Christoph Brandt. Durch den öffentlichen Aufruf hofft man auch, einen Shitstorm wie damals beim Wechsel des Kinderschokoladen-Kindes zu vermeiden. 

2005 änderte Ferrero das Gesicht auf der Verpackung für Kinderschokolade und ersetzte den Jungen nach 30 Jahren durch ein jüngeres Modell. Die Anmutung war ähnlich: Poloshirt, braune Haare, weiß-strahlendes Lächeln. Doch die Käufer waren nicht begeistert. Es gab Petitionen und Boykott-Aufrufe und sogar eine "Notfallbastelvorlage". Bei Brandt möchte man sowas vermeiden, darum die groß angelegte Kampagne. Außerdem geht der Hagener Zwieback-Fabrikant nicht volles Risiko, es wird auch weiter Packungen mit dem alten Kind geben. Einen radikalen Bruch traut man sich also nicht, es ist eher ein kleines Facelifting.  

Kinder noch zeitgemäß?

Die Packung soll während der Marketing-Aktion unangetastet bleiben - der Wiedererkennungswert ist bei Brandt wichtig. Darum wird der Kunde beim Zwieback-Kauf auch weiterhin angelächelt: "Das  Kind gehört zur Marke. Wichtig ist jetzt nur, mehrere Generationen anzusprechen, alt und jung", so Brandt Junior.

Vier Kinder haben in den über 100 Jahren Firmenhistorie die Packung geschmückt, ein gezeichnetes Mädchen machte den Anfang. "Mit Foto, das wäre damals zu teuer gewesen", erzählt Carl-Jürgen Brandt. Danach zierten drei weitere Jungs die Packung, inklusive des aktuellem. Ob unter den neuen sieben auch endlich ein Mädchen dabei ist? "Mit Sicherheit", sagt er und lächelt.


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