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Fotoserie "Idiot Box": So blöd sehen wir vorm Fernseher aus

Wenn Fernseher zurückgucken könnten, würden sie in ganz schön dumme Gesichter schauen: Die australische Fotografin Donna Stevens führt uns das mit ihrer Serie "Idiot Box" deutlich vor Augen.

Die australische Fotografin Donna Stevens arbeitet derzeit in New York und hat erfahren, dass amerikanische Kinder mehr als 24 Stunden pro Woche vor dem Fernseher verbringen. Und wenn sie das nicht gerade tun, fesselt ein anderer Bildschirm ihre Aufmerksamkeit - iPad oder Computer. Stevens fragt sich, was das wohl mit den kleinen Gehirnen macht. Zieht man Rückschlüsse aus den nicht gerade geistreichen Gesichtsausdrücken der Kinder, vermutlich nichts Gutes. Die konstante Präsenz von Technologie rächt sich womöglich an ihren am leichtesten zu beeindruckenden Opfern.

Mit "Idiot Box" möchte Stevens auf die Schattenseiten unserer Zeit hinweisen und wirft mehrere Fragen auf: Sollten wir mehr darauf achtgeben, welche Rolle die Technologie im Leben unserer Kinder einnimmt? Gibt es eine berechtigte Paranoia? Welches Gadget wir auch immer besitzen und für unsere Tatenlosigkeit verantwortlich machen, sind unsere Probleme noch menschlicher Natur?

In einem unbeleuchteten Raum, als Lichtquelle ledig ein laufender Fernseher, fotografiert Stevens Kinder, die auf den Bildschirm starren. Vor dem schwarzen Hintergrund zeigen die angestrahlten Gesichter eine Bandbreite an Emotionen und Zuständen - von amüsiert über mitfühlend bis hin zu fast weggedämmert.

Wenn bereits zum Frückstück der Fernseher läuft, in amerikanischen Haushalten keine Seltenheit, sind 24 Stunden TV pro Woche wahrscheinlich noch sehr wohlmeinend geschätzt. Die Kinder - gerade in den Großstädten - erleben nicht mehr selbst, wie es ist, vom Fahrrad zu fallen, durch den Wald zu streifen, auf einen Baum zu klettern, sie begleiten dabei nur noch die Helden ihrer Lieblingsserien. Die Emotionen werden vorgespielt und vorgegeben, aber nicht mehr direkt empfunden. Aber leistet diese Art der Empathie das gleiche wie eine echte, selbst gemachte Erfahrung? Sicher nicht.

Stevens freut sich über Follower auf Instagram.

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