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Briefzustellung: Deutsche Post stellt mehr Briefträger ein

Zuletzt hatten alle was zu meckern über die Post: Die Kunden klagten über falsch oder zu spät zugestellte Briefe, die Zusteller monierten Stress und zunehmende Arbeitsbelastung. Jetzt reagiert das Unternehmen und stockt sein Personal auf.

Die Deutsche Post reagiert auf die jüngsten Beschwerden von Kunden und Behörden über Mängel in der Briefzustellung mit einer Aufstockung des Personals. Allen 1300 ehemaligen Auszubildenden, die noch keinen unbefristeten Vollzeit-Job bei der Post haben, will der Konzern ein solches Arbeitsverhältnis anbieten, wie er am Freitag mitteilte. Zudem würden die bereits befristet eingestellten 1000 zusätzlichen Briefzusteller bis Ende Mai 2009 weiterbeschäftigt. Ziel sei es, eine "spürbare Verbesserung" in der Zustellung zu erreichen, erklärte Personalvorstand Walter Scheurle.

Die Gewerkschaft Verdi hatte wiederholt beklagt, dass viele Zusteller überlastet seien, und sich dafür ausgesprochen, neue Briefträger einzustellen. Kritik kam vor Kurzem auch von der Bundesnetzagentur, die monierte, dass sich die Beschwerden über Mängel in der Briefzustellung häuften. Probleme gebe es vor allem in Ballungsgebieten wie Berlin, Hamburg und Köln.

Die Post gestand ein, dass es "vereinzelt" zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei, begründete dies aber mit vorübergehend erhöhten Krankenständen. Bundesweit sei die Qualität der Zustellung auf hohem Niveau.

Zuletzt hatte ein Strategiepapier der Post für Aufregung gesorgt, in dem im Zuge der Liberalisierung der Briefmärkte in der EU Möglichkeiten für eine Beschneidung von Dienstleistungen aufgezeigt wurden. Diskutiert wurde unter anderem die Möglichkeit, künftig nicht mehr an sechs sondern nur noch an fünf Tagen in der Woche Briefe und Pakete zuzustellen. Erst die Festlegung von Konzernchef Frank Appel auf eine Zustellung an sechs Tagen beendete alle Spekulationen.

Reuters / Reuters