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Britischer Schokoladenhersteller: Cadbury will nicht verschlungen werden

Der Appetit der internationalen Süßwarenbranche auf den Schokoladenhersteller Cadbury scheint zwar groß, aber so leicht will sich der britische Marktführer nicht vernaschen lassen.

Der Appetit der internationalen Süßwarenbranche auf den Schokoladenhersteller Cadbury scheint zwar groß, aber so leicht will sich der britische Marktführer nicht vernaschen lassen. Zwar liegt im Poker um die Übernahme des Traditionsunternehmens erst ein Angebot auf dem Tisch. Aber es werden mindestens drei weitere Konzerne gehandelt, die sich den Hersteller von Produkten wie Dairy Schokolade, Cadbury-Creme-Eiern und Trident-Kaugummi einverleiben könnten. Egal, wie das Rennen ausgeht - es entstünde ein neuer Marktriese.

Doch klar ist auch: Damit ein Bieter zum Zuge kommt, muss das Volumen der bisherigen Offerte für die Besitzer des weltweit zweitgrößten Süßwarenkonzerns noch deutlich versüßt werden.

Die Schokoladen-Braut Cadbury ist durchaus attraktiv. Schokolade ist ein globaler Wachstumsmarkt, mit mehr als 45 000 Beschäftigten in über 60 Ländern ist Cadbury breit aufgestellt. Das weckte schließlich das Interesse des weltweit zweitgrößten Lebensmittelkonzerns Kraft Foods. Der Hersteller von Milka-Schokolade holte sich mit seiner Offerte von zehn Milliarden Pfund bei der Cadbury-Konzernspitze eine Abfuhr und trat dann zwei Monate später mit einem feindlichen Übernahmeangebot direkt an die Aktionäre heran. Allerdings hatte Kraft sein Angebot - ein Mix aus Aktien und Bargeld - dabei nicht verbessert.

Im Gegenteil: Wegen Kursschwankungen am Aktien- und Devisenmarkt sank sogar das Volumen der Offerte auf 9,8 Milliarden Pfund (11 Mrd Euro). Offensichtlich sah sich Kraft nicht in Zugzwang - schließlich hatte sich noch kein anderer Mitbieter aus der Deckung gewagt. Doch als gut eine Woche später das Interesse des US-Schokoladenproduzenten Hershey und des italienischen Ferrero-Konzernn bekanntwurde, war der Übernahmepoker eröffnet.

Offensichtlich hat die Konkurrenz etwas dagegen, dass Kraft und Cadbury zum weltgrößten Süßwaren-Konzern mit fast 15 Prozent Marktanteil verschmelzen. Und wenn Kraft im Spiel bleiben will, muss der Konzern wohl trotz eines Gewinnrückgangs noch mehr Geld auf den Tisch legen.

DPA / DPA
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