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Cadbury Übernahme: Auch Nestle scheint Appetit auf britische Schokolade zu haben

Um den Schokoladenfabrikanten Cadbury zeichnet sich eine milliardenschwere Bieterschlacht ab. Mit dem Schweizer Lebensmittelriesen Nestle hat nun angeblich ein viertes Unternehmen Appetit auf den britischen Traditionskonzern.

Um den Schokoladenfabrikanten Cadbury zeichnet sich eine milliardenschwere Bieterschlacht ab. Mit dem Schweizer Lebensmittelriesen Nestle hat nun angeblich ein viertes Unternehmen Appetit auf den britischen Traditionskonzern. Nestle habe aber noch nicht über ein Angebot entschieden, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf Kreise.

Cadbury sieht sich derzeit einem feindlichen Übernahmeversuch durch den Milka-Hersteller Kraft ausgesetzt. Der US-Konzern bietet 16,5 Milliarden Dollar. Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr, will der US-"Kit-Kat"-Produzent Hershey Kraft womöglich im Alleingang überbieten. Hershey hatte schon 2007 vergeblich versucht, Cadbury zu kaufen und erwägt nun Kreisen zufolge ein Angebot von mindestens 17 Milliarden Dollar. Die Unterstützung der Bank of America und von JPMorgan habe sich Hershey schon gesichert, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Allerdings seien "die Dinge noch im Fluss".

Cadbury zieht nach eigenen Angaben Hershey gegenüber Kraft als Partner vor. Allerdings würden beide Unternehmen scheitern, wenn sie nicht genug Geld böten, sagte Cadbury-Verwaltungsratchef Roger Carr der britischen Zeitung "Sunday Telegraph". Vergangenen Mittwoch hatten Hershey und der italienische "Nutella"-Hersteller Ferrero erklärt, dass sie ihre Optionen bei Cadbury prüfen. Beide Interessenten ließen dabei offen, ob sie ein gemeinsames Angebot vorlegen oder einzeln bieten würden.

Branchenexperten bezweifelten, ob Hershey und Ferrero eine solche Übernahme schultern können. Hershey ist deutlich kleiner als Cadbury und hat einen hohen Schuldenberg. Zudem wird die über 100 Jahre alte Traditionsfirma von einer gemeinnützigen Stiftung kontrolliert. Ferrero ist in Familienbesitz und äußert sich selten zur Firmenstrategie.

Reuters / Reuters