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Projekt von Mannheimer Studenten: Wie voll ist der Supermarkt? Eine App soll helfen, das Ansteckungsrisiko zu mindern

Der Supermarkt ist einer von wenigen Orten, an denen noch viele Menschen aufeinander treffen – und damit ein Risiko für Ansteckungen. Studenten aus Mannheim haben eine App entwickelt, die die Auslastungen der Filialen anzeigen soll.

Kunden vor einem Supermarkt

In Supermärkten ist die Ansteckungsgefahr derzeit besonders groß

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Manchmal kommt man sich am Eingang zum Supermarkt vor wie vor einem angesagten Club, das geht nicht nur David Schmidt in diesen Tagen so. "Da gibt es dann einen Türsteher, der einen reinlässt oder eben nicht", hat der 20-jährige Student beobachtet. Damit soll natürlich verhindert werden, dass zu viele Menschen gleichzeitig in den Supermarkt drängen und sich dort womöglich gegenseitig mit dem Coronavirus anstecken. Es entstehen aber auch Rückkopplungseffekte: So stauen sich die Kunden jetzt vor dem Eingang, während sie auf Einlass warten.

Schmidt und seine Kommilitonen haben deshalb das Projekt "Happy Hamster" gegründet. Die Informatik-Studenten aus Mannheim haben mit happyhamster.org eine Plattform entwickelt, auf der Kunden und Supermärkte angeben können, wie voll die Läden gerade sind. So kann jeder von zu Hause die aktuelle Auslastung der Märkte in seiner Nähe beobachten und entscheiden, wann er einkaufen geht.

Coronavirus: Supermärkte sind besonders voll – und besonders gefährlich

So die Idee. Gerade steht das Projekt noch ganz am Anfang. Die Gruppe von Studenten hat sich mit dem Thema am Hackathon der Bundesregierung beteiligt, weil sie das Problem aus dem Alltag kennt, erzählt Schmidt dem stern: "Da können wir relativ leicht einen digitalen Service schaffen, der es einfacher macht, dass sich nicht so viele Leute gleichzeitig im Supermarkt tummeln." Alle bringen ein wenig IT-Erfahrung mit und absolvieren den praktischen Teil ihres Studiums in namhaften Unternehmen. Auf der Grundlage von Open-Source-Daten bauten sie eine Karte, auf der nahezu alle Supermärkte in Deutschland vertreten sind.

Nun fehlen noch die Echtzeit-Daten aus den Märkten. Schmidt hofft, dass sich viele Kunden beteiligen, aber auch die Filialen selbst Erkenntnisse liefern. Alles kann einfach über eine App oder die Website eingetragen werden: Ist der Supermarkt fast leer, mittelmäßig oder voll ausgelastet? Wie einfach ist es gerade, die Mindestabstände einzuhalten? So soll es einfacher werden, die Übertragung des Coronavirus im öffentlichen Raum zu verhindern. Denn während an den meisten anderen Orten das öffentliche Leben nahezu komplett ruht, sind die Supermärkte gerade – Stichwort Hamsterkäufer – besonders stark frequentiert.

"Happy Hamster" hofft auf Kunden, die mitmachen

Der Kern des Teams besteht aus acht Mannheimer Studenten, die die Ursprungsidee hatten, mittlerweile haben sich weitere Mitstreiter angeschlossen. Alle arbeiten sie in ihrer Freizeit an "Happy Hamster". David Schmidt berichtet, wie er und seine Kollegen an manchen Tagen "nach dem Feierabend noch bis Mitternacht programmiert" haben, "weil wir Bock hatten, das unter die Leute zu bringen".

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Damit das Projekt nun auch wirklich Früchte trägt, hoffen die Gründer auf Mundpropaganda und möglichst viele Kunden, die ihre Beobachtungen in der App eintragen. Bisher lassen sich dort nur sehr wenige Daten abrufen. Außerdem ist das Projekt offen für alle, die Lust darauf haben: "Jeder kann mitprogrammieren." Schmidt und die anderen von "Happy Hamster" sind jedenfalls richtig angefixt: "Uns geht das Ding nicht mehr aus dem Kopf."

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