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Das Fußballtrikot zu Geld machen: WM-Titel beflügelt Adidas-Aktie

Direkt nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft gewinnt die Aktie von Adidas kräftig an der Börse. Langfristig betrachtet, hat der Sportausrüster jedoch mit Problemen zu kämpfen.

Die Freude über den WM-Sieg der Fußball-Nationalmannschaft ist am Montag auch auf den deutschen Aktienmarkt übergesprungen. Adidas, der Ausrüster der National-Elf, lag mit einem Plus von 2,7 Prozent an der Dax -Spitze. Der Leitindex selbst notierte nach seinen deutlichen Verlusten in der vergangenen Woche 0,7 Prozent fester bei 9733 Zählern. "Erinnerungen an das Sommermärchen von 2006 werden wach", schrieb Analyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Das spreche erst einmal für einen sehr guten Börsenstart in dieser Woche, ergänzte ein Börsianer.

Adidas profitierte von der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage nach dem Weltmeister-Trikot und anderen WM-Artikeln . Die Analysten von Equinet sagten für 2014 neue Rekordumsätze mit Fußballartikeln voraus und stuften Adidas hoch auf "Kaufen" von "Accumulate". Die WM sei für Adidas eine exzellente Plattform gewesen - der Konzern sei auf dem und außerhalb des Platzes omnipräsent gewesen, hieß es in dem Kommentar.

Einige Börsianer bezweifelten allerdings, dass der WM-Sieg den Adidas-Kurs langfristig nach oben treiben dürfte. Die Euphorie werde nicht ewig anhalten und dann dürfte sich die Nachfrage nach den deutschen Trikots schnell wieder normalisieren, sagte ein Händler. Seit Jahresbeginn haben die Adidas-Papiere rund 23 Prozent an Wert eingebüßt. Die Aktien des Rivalen Puma notierten am Montag 0,5 Prozent im Plus.

Banken stehen diese Woche im Mittelpunkt

Neben der Weltmeisterschaft richtete sich der Fokus vieler Anleger auch auf die anlaufende Berichtssaison in den USA und Europa. Im Rampenlicht stehen unter anderem die amerikanischen Banken Citigroup, JPMorgan, Goldman Sachs und Bank of America, die in dieser Woche ihre Zahlen vorlegen. Bei den Dax-Werten lässt sich SAP am Donnerstag in die Bücher schauen. "Die schwächeren Makrodaten und auch die Gewinnwarnung von Bilfinger schon im Vorfeld dämpfen die Hoffnungen auf eine positive Berichtssaison. Es ist zu befürchten, dass der Trend zu Gewinnrevisionen nach unten weiter anhalten wird", prognostizierte LBBW-Analyst Werner Bader.

Etwas Ruhe kehrte nach den Turbulenzen der vergangenen Woche an der portugiesischen Börse ein. Sie war in den Strudel der Spekulationen um Zahlungsprobleme der Bankiersfamilie Espirito Santo geraten. Die Affäre riss die Aktien ihrer wichtigsten Beteiligungen - Banco Espirito Santo (BES), Espirito Santo Financial Group und Portugal Telecom - in die Tiefe. Der Leitindex in Lissabon, der an den vergangenen fünf Handelstagen rund zehn Prozent verloren hatte, notierte zu Wochenbeginn 0,5 Prozent fester. BES verloren dagegen fast neun Prozent.

Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's dürften die jüngsten Negativ-Schlagzeilen wohl nicht die Wirtschaftserholung Portugals gefährden. An den Kapitalmärkten waren Befürchtungen aufgekommen, die Zahlungsprobleme der Gründerfamilie könnten am Ende auch die Bank erfassen, außer Kontrolle geraten und damit den gesamten portugiesischen Finanzsektor in die Krise stürzen. Das wäre ein Rückschlag für das Land, das gerade erst den europäischen Rettungsschirm verlassen hat. Die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise hatte dem Dax einen Wochenverlust von 3,4 Prozent eingebrockt.

ono/Reuters / Reuters
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