Deutsche Bank Ackermann im Rausch der Milliarden


Die Deutsche Bank wird ihr Ergebnis bis 2008 um 40 Prozent steigern können - und Bank-Chef Ackermann will noch mehr Profit. Die Aktie des Unternehmens stieg trotzdem nicht. Aus gutem Grund.

"Wir wollen unser profitables Wachstum beschleunigen", erklärte der Schweizer am Donnerstag anlässlich einer Investoren-Konferenz der Bank in London. 2008 soll der Gewinn vor Steuern bei 8,4 Milliarden Euro liegen - im vergangenen Jahr wurden gut 6,1 Milliarden Euro ausgewiesen. "Gleichzeitig werden die finanziellen Ziele einer Vorsteuer-Eigenkapitalrendite von 25 Prozent und einer zweistelligen Wachstumsrate beim Gewinn je Aktie im mehrjährigen Durchschnitt bekräftigt", hieß es. Die Bank verfolge weiterhin eine "attraktive Dividendenpolitik". Auf lange Sicht soll die Hälfte des Gewinns ausgeschüttet werden.

Profit basiert auf Investmentbanking

Die Aktie der Deutschen Bank konnte dennoch nicht nennenswert von dieser Nachricht profitieren. Analysten sind unter anderem darüber besorgt, dass die kräftigen Zuwächse der vergangenen Quartale bei einer Abkühlung der Märkte ausbleiben könnten. Hintergrund ist, dass das Institut rund 70 Prozent ihrer Erträge im Investmentbankingbereich erwirtschaftet, das als schwankungsanfällig gilt. Hinzu kommt, dass das stabile Vermögensverwaltungsgeschäft im Vergleich zu Häusern wie UBS oder Credit Suisse deutlich kleiner ist.

Der Bankchef, der sich ab Ende Oktober im Mannesmann-Prozess erneut vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten muss, bekräftigte seine Bereitschaft zu Zukäufen. In den vergangenen Monaten hatten die Frankfurter im deutschen Privatkundengeschäft mehr als eine Milliarde Euro in den Kauf der Berliner Bank und der Filialen der Norisbank investiert. Einer Übernahme der Commerzbank erteilte Ackermann aber einmal mehr eine Absage - selbst für den Fall, dass eine ausländische Bank den Rivalen schlucken wollte.

Reuters Reuters

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