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Deutsche Wirtschaft: Bundesbank prognostiziert spürbaren Aufschwung

Die Bundesbank prophezeit der deutschen Wirtschaft einen baldigen, kräftigen Anschub. Unternehmen scheinen diesen Optimismus nicht zu teilen. Mangelhafte Infrastruktur beeinträchtige ihr Potenzial.

Deutschland steht nach Einschätzung der Bundesbank vor einem stabilen und kräftigen Aufschwung. "Die konjunkturelle Grunddynamik der deutschen Wirtschaft dürfte sich im Winterhalbjahr 2013/2014 spürbar erhöht haben", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Notenbank. Motor für das deutsche Wachstum ist laut Bundesbank die verbesserte Lage der Weltwirtschaft.

In vielen Industriestaaten habe die strikte Sparpolitik der vergangenen Jahre nachgelassen. Sie dämpfe die Konjunktur nicht mehr so stark wie noch 2013. Gleichzeitig helfe, dass die Geldpolitik führender Zentralbanken weiterhin sehr expansiv bleibt. Weitere Stützen für die deutsche Konjunktur sieht die Bundesbank in dem nach wie vor robusten Arbeitsmarkt und in der starken Binnenkonjunktur. In den jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten wichtiger Schwellenänder sehen die Bundesbank-Experten kein Problem für die deutsche Konjunktur.

Firmen klagen über dürftige Infrastruktur

Etwa gleichzeitig wurde vom Institut für Wirtschaft Köln (IW) eine Studie veröffentlicht, die ein Problem offenlegt, mit dem anscheinend viele deutsche Unternehmen zu kämpfen haben. Fast zwei Drittel der befragten 2800 Firmen sehen durch Mängel im Straßenverkehrsnetz ihre Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Noch gelte die Infrastruktur im Vergleich zu anderen Ländern zwar als gut, rund 54 Prozent der Befragten bewerteten den Zustand der Kommunikationsnetze jedoch als Hemmnis für ihre Arbeit. Mit Blick auf eine sichere und bezahlbare Stromversorgung waren es 43 Prozent. Nach IW-Berechnungen müssten in den kommenden zehn Jahren rund 120 Milliarden Euro in die Infrastruktur investiert werden, um den Investitionsstau aufzulösen.

ono/DPA / DPA
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