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Matratzenkauf, Payback, Onlinedating Diese Schnäppchenfallen sollten Sie kennen

Sale
Räumungsverkauf! Sale! %%%! Nicht immer steckt ein Schnäppchen dahinter
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Eröffnungsangebote, Räumungsverkäufe oder Payback-Prämien: Sind das wirklich alles Schnäppchen, die dem Kunden da geboten werden? Die Wiso-Konsumagenten des ZDF haben sich einige der vermeintlichen Schnapper vorgenommen.

Mit Rabatten und Sonderaktionen werben Unternehmen online und offline um Kunden. Doch Schnäppchenjäger müssen auf der Hut sein. Nicht alles, was als besonders günstig beworben wird, ist es auch. Die sogenannten "Konsumagenten" des ZDF-Verbrauchermagazins "Wiso" (Montag, 19:25 Uhr) haben den Test gemacht. Sie untersuchten typische Lockangebote mit versteckter Kamera, um Schnäppchenfallen aufindig zu machen und zu enttarnen. Drei Beispiele:

1. Falle: Der ewige Räumungsverkauf

Insbesondere Matratzenläden und Teppichgeschäfte praktizieren diesen Trick seit Jahren: Erst kündigen die Läden mit großen Plakaten Räumungsverkäufe zu reduzierten Preisen an. Der Laden schließt aber nicht, sondern ändert nur den Namen. Mit neuem Logo lockt der gleiche Laden kurz darauf mit "Eröffnungsangeboten". Viele Matratzenläden haben daher fast permanent entweder Räumungsverkauf oder Eröffnungsangebote. Dem Käufer wird so suggeriert, es sei gerade besonders günstig - obwohl das Sonderangebot doch eher der Normalzustand ist.

Ein solcher Matratzen-Laden erklärte den Wiso-Konsumagenten auf Anfrage, man habe in der Werbung darauf hingewiesen, dass es sich um einen "Räumungsverkauf wegen Änderung des Logos" handle. "Aufgrund dieser transparenten Gestaltung geht der Verbraucher […] gerade nicht davon aus, dass ein Geschäftsumzug oder eine (vorübergehende) Schließung des Geschäfts bevorsteht", behauptet das Geschäft. Die Transparenz sei mal dahingestellt, illegal ist die Masche aber nicht.

2. Falle: Vermeintliche Payback-Schnäppchen

Payback ist das beliebteste unter den Rabattsystemen. Wer bei teilnehmenden Ketten wie dm, Rewe oder Aral 200 Punkte oder mehr sammelt, bekommt eine Prämie. Da aber meist eine Zuzahlung fällig wird, stellt sich die Frage: Ist die Prämie überhaupt ein Schnäppchen? Die Wiso-Konsumagenten haben das anhand von drei Beispielen überprüft - mit unterschiedlichen Ergebnissen.

So mussten Payback-Kunden für ein Navi satte 150 Euro dazu zahlen, obwohl es im Internet vergleichbare Angebote ganz ohne Eintausch von Prämienpunkten gab. Die Zuzahlung wäre erst ab einer utopischen Summe von 14.999 Payback-Punkten entfallen. Zur Einordnung: Bei dm gibt es einen Punkt pro ausgegebenem Euro, bei Rewe einen Punkt pro zwei Euro.

Auch ein Fernseher als Prämie entpuppte sich als Mogel-Schnäppchen. Bei Einlösung von 200 Punkten sollte der Kunde noch 247,99 Euro zuzahlen. Den gleichen Fernseher gab's online aber schon für 219 Euro zu kaufen.

Immerhin: Einen Staubsauger für 67,99 Euro Zuzahlung konnten die Wiso-Tester tatsächlich im Internet nicht günstiger finden. Der beste Onlinepreis lag bei 79,95 Euro - dafür musste man allerdings auch keine Prämienpunkte sammeln. Payback erklärte dem Wiso-Team auf Anfrage: "Wir können leider nicht immer den günstigsten Preis im Markt anbieten und behaupten dies auch nicht. So versenden wir zum Beispiel gedruckte Prämienkataloge an Millionen Payback Kunden. Da kann es zum Beispiel vorkommen, dass während der Katalog-Gültigkeit ausgewählte Produkte kurzfristig billiger angeboten werden."

3. Falle: Schwankende Preise bei Dating-Portalen

Dass Preise im Internet innerhalb kurzer Zeit stark schwanken, sind Verbraucher mittlerweile gewohnt. Beim Datingportal Parship aber zahlen Kunden offenbar auch je nach Gehalt, Geschlecht und Wohnort unterschiedliche Preise. Für den Test meldeten die Wiso-Konsumagenten sich mit drei unterschiedlichen Scheinprofilen an.

Als Susanne aus München mit mehr als 100.000 Euro Jahreseinkommen sollten die Tester 44,93 Euro im Monat zahlen. Für die fiktive Sarah aus Frankfurt/Oder mit weniger als 15.000 Euro lag der Preis bei 30,02 Euro. Und für Max, ebenfalls aus Frankfurt/Oder und weniger als 15.000 Euro Einkommen, rief Parship nur 26,45 Euro auf.

Parship bestätigte auf Wiso-Anfrage die Preisdiskriminierung. Es gebe regelmäßig vergünstigte Konditionen für Mitglieder, "die z.B. aus einer bestimmten Region stammen, ein bestimmtes Geschlecht aufweisen oder in einem bestimmten Alter sind". 


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