Einzelhandel Spar muss sterben


Die Marke Spar wird aus der deutschen Supermarkt-Landschaft verschwinden. Die grüne Tanne im grünen Kreis wird durch den blau-gelben Schriftzug von Edeka ersetzt - einige Supermarktchefs wollen sich weigern.

Von der Umbennennung betroffen sind zunächst Supermärkte mit Verkaufsfläche von über 600 Quadratmetern. Noch im Januar werden 200 selbstständige Kaufleute ihre Spar-Supermärkte mit den Farben des Edeka-Konzerns ausstatten, sagte Edeka-Chef Alfons Frenk der "Financial Times Deutschland" (FTD). Bis Ende 2007 sollen alle Spar-Läden in den Edeka-Konzern integriert sein. In den kommenden Monaten sollen bereits 1500 der 2000 in Frage kommenden Geschäfte durch den Edeka-Konzern beliefert werden. Ausnahmen bei der Namensänderung wird es nach Aussage von Frenk nur bei kleineren Läden geben. Trotz Belieferung durch Edeka könnten einige den Markennamen Spar behalten. Edeka hatte vor acht Monaten Spar übernommen.

Vor allem in Norddeutschland hatten sich viele Spar-Händler gegen die Umbenennung ausgesprochen. "Einige Spar-Regionen haben sich aus emotionalen Gründen zunächst sehr schwer getan", sagte Frenk der FTD. Die Diskussion habe sich "erledigt". Schleswig-Holstein und Hamburg sind die Bundesländer, in denen die Marke Spar am stärksten vertreten ist.

Der Spar-Konzern wurde 1932 in den Niederlanden gegründet. Die Anfangsbuchstaben des Gründungsmottos ergaben die Worte "De Spar", was auf deutsch "Die Tanne" heißt. Daher ist im Spar-Logo eine Tanne neben dem Schriftzug zu sehen. Seit 1985 ist Spar eine Aktiengesellschaft, deren Hauptaktionär 1997 die französische Handelsgruppe ITM Entreprises wurde. Zu Spar gehören 2400 selbstständige Einzelhändler, die zum Teil auch unter dem Namen Eurospar ihre Geschäfte betreiben.

Expandieren, um das Blatt zu wenden

Edeka ist der größte deutsche Lebensmittelhändler, hatte aber in den vergangenen Jahren mit stagnierenden Umsätzen und schrumpfender Verkaufsfläche zu kämpfen. Um das schwächelnde Einzelhandelsgeschäft in den Griff zu bekommen, musste Edeka expandieren. Deswegen hatte der Konzern im Frühjahr angekündigt, Spar sowie die Discount-Kette Netto Süd zu übernehmen und 25 Prozent von Netto Nord zu kaufen. Verkäufer war jeweils die französische Gruppe ITM Entreprises. "Aus eigener Kraft hätte Edeka das Blatt nicht wenden können", sagte Frenk.

Im Jahr 2005 steigerte Edeka seinen Umsatz deutlich um über 5 auf rund 37 Milliarden Euro. Frenk betonte, Spar schreibe bereits dieses Jahr operativ schwarze Zahlen. Die gewinne bei Netto stiegen deutlich schneller als erwartet. Die Bilanz für 2005 und 2006 werde noch durch Kosten für Sozialpläne und Lagerschließungen bei Spar belastet. "Ab 2007 haben wir freie Bahn", sagte Frenk.

tk

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