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Gefallenes Wunderkind: Gestern Milliardärin, heute auf Null: Der Absturz der Elizabeth Holmes

Ihre Blutanalysefirma Theranos galt als das nächste große Ding, Forbes taxierte das Vermögen von Elizabeth Holmes auf 4,5 Milliarden Dollar. Nun hat das Wirtschaftsmagazin seine Schätzung nach unten korrigiert - auf Null.

Elizabeth Holmes

Elizabeth Holmes wollte mit ihrer Firma Theranos die Blutanalyse revolutionieren. Nun gibt es massive Zweifel an ihrer Technologie.

4,5 Milliarden Dollar sind futsch: Die einstige Start-up-Milliardärin Elizabeth Holmes hat nach Berechnungen des US-Magazins "Forbes" ihr gesamtes Vermögen verloren. Es liege jetzt bei Null, berichtete das Magazin am Mittwoch. Noch vor einem Jahr hatte "Forbes" die Gründerin der mittlerweile ins Trudeln geratenen Blutanalyse-Firma Theranos als jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt bezeichnet und auf 4,5 Milliarden Dollar (vier Milliarden Euro) taxiert.

Holmes hält 50 Prozent der Anteile an Theranos. Dies führte zu der Milliardenschätzung von "Forbes" im vergangenen Jahr - und nun auch zu der drastischen Herabstufung. Bei der jüngsten Einwerbung von Investitionen sei das Unternehmen zwar mit neun Milliarden Dollar bewertet worden, doch "800 Millionen Dollar ist realistischer", urteilte "Forbes". Da Holmes nur gewöhnliche Anteilsscheine und keine Vorzugsaktien besitze, müsse sie sich hinten anstellen, wenn es Geld zu verteilen gebe.

Theranos-Technologie in Frage gestellt

Theranos hatte mit dem Versprechen für Furore gesorgt, an einer geringen Menge Blut zahlreiche medizinische Tests durchführen zu können. Das "Wall Street Journal" begann jedoch im Oktober 2015 mit einer Artikelserie, in der die Zuverlässigkeit der verwendeten Technologie in Frage gestellt wurden. Zudem kann demnach nur ein kleiner Teil der von Theranos versprochenen mehr als 200 Tests tatsächlich vorgenommen werden.

Inzwischen befasst sich auch eine Abteilung der US-Gesundheitsbehörde CMS mit dem Fall. Ende Januar erklärte sie, die Praktiken von Theranos seien eine "direkte Gefahr für die Gesundheit und die Sicherheit von Patienten". Die Behörde drohte damit, dem Unternehmen die Bluttests zumindest vorübergehend zu verbieten. Das Verfahren läuft noch.

Daneben ist Theranos im Visier der US-Börsenaufsicht SEC sowie von Ermittlern in Kalifornien. Hier geht es um möglichen Investorenbetrug. Außerdem drohen Theranos auch Sammelklagen von Patienten.

bak / AFP
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