HOME

ENERGIE: Niedriger Ölpreis belebt Konjunktur

Das Institut der deutschen Wirtschaft glaubt, dass ein niedrigerer Ölpreis die schwächelnde deutsche Konjunktur 2002 beleben könnte. Die staatliche Ölrechnung könnte sogar um 40 Prozent sinken.

Sofern der Rohölpreis unter 20 Dollar je Barrel und die Importmenge in Deutschland konstant bleibt, wird Deutschland im kommenden Jahr für seine Öleinfuhren nur noch gut 24 Milliarden Euro (46,8 Milliarden Mark) und damit gut 40 Prozent weniger als in diesem Jahr zahlen, berichtete das Institut der deutschen Wirtschaft.

Einsparungen neu investieren

Nutzen Unternehmen und Haushalte die eingesparten Mittel für zusätzliche Investitionen beziehungsweise höhere Konsumausgaben, könnte das Wirtschaftswachstum um bis zu ein Prozentpunkt höher ausfallen als bisher prognostiziert. Bisher rechnen Konjunkturexperten für 2002 mit einem Wachstum von etwa 0,6 bis 0,7 Prozent.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Das Institut der deutschen Wirtschaft wies allerdings darauf hin, dass der Konjunkturbonus durch den niedrigen Rohölpreis nur zum Tragen kommt, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört vor allem, dass die Haushalte und Unternehmen wieder mehr Zuversicht gewinnen und die Tarifpartner in den bevorstehenden Lohnrunden Augenmaß bewiesen.

»Kleines Konjunturprogramm«

Auch nach einer Umfrage des Anlegermagazins »Börse Online« unter 34 Chefvolkswirten internationaler Großbanken dürfte sich der niedrige Ölpreis positiv auswirken. Michael Heise von der DZ Bank sprach von einem »kleinen Konjunkturprogramm«, dass die Kaufkraft der Verbraucher stärken, die Inflation drücken und die Wirtschaft damit ankurbeln sollte.

Gute Aussichten für Amerika

Für Euro-Land schätzen die Experten das Wachstum den Angaben zufolge 2002 auf 1,2 Prozent. Für die USA wird ein Plus von 0,9 Prozent erwartet. Wesentlich positiver sind die Erwartungen für 2003. Selbst während der Aufschwungphase mit einem prognostizierten Wachstum von 2,7 Prozent im Euro-Raum und 2,4 Prozent in Deutschland dürfte der Preisauftrieb nach Einschätzung der meisten Ökonomen die Zwei-Prozent-Marke nicht überschreiten. Für die USA rechnen die Experten mit einem Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent.