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Fernbusse: Bahn gibt Ausbau-Pläne auf

Die Bahn bleibt auf der Schiene: Anders als geplant will die Deutsche Bahn nun doch nicht in den Fernbus-Markt investieren. Offenbar wird die Wettbewerbssituation als zu unsicher eingeschätzt.

Die Deutsche Bahn will im Zuge der Öffnung des deutschen Fernbus-Marktes nun doch nicht stark in diesen Bereich investieren. Anders als bislang angekündigt, wolle das Unternehmen nun doch nicht groß in das Geschäft mit Fernbus-Linien einzusteigen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag unter Berufung auf Konzernkreise. Der Vorstand habe demnach beschlossen, die bisherigen Linien zwar weiter zu betreiben, darüber hinaus aber keine neuen einzurichten.

Ende April hatte Bahn-Vorstand Ulrich Homburg in einem Zeitungsinterview noch gesagt, die Bahn fürchte im Zuge der Öffnung des Fernbus-Marktes Gewinneinbußen im Schienenverkehr und wolle deshalb selbst in diesem Bereich investieren. "Wir treffen umfangreichste Vorbereitungen, um selbst eine wichtige Rolle in diesem Markt zu spielen", hatte er erklärt. Die Bahn sei schon jetzt ein wichtiger Busbetreiber und wolle zumindest 50 Prozent Marktanteil bei Fernbussen erreichen. Nach einer Anlaufphase von vier bis fünf Jahren sollte hier ein Umsatz für die Bahn in dreistelliger Millionenhöhe möglich werden.

Ein Sprecher der Bahn bestätigte die Kehrtwende laut "SZ" auf Anfrage. Der Konzern habe noch einmal "intensiv Chancen und Risiken einer geplanten Marktoffensive geprüft" und schließlich "aufgrund der zu erwartenden Wettbewerbssituation" beschlossen, dass sich die Bahn auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wolle. Der Konzern nehme daher Abstand von "Investitionen in einem unsicheren Marktsegment". Über die bestehenden Aktivitäten hinaus werde es also "vorerst kein Engagement geben", sagte der Sprecher den Angaben zufolge.

cjf/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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