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Finanzkrise: Abu Dhabi stützt Dubai mit zehn Milliarden Dollar

Hilfe vom Nachbarn: Das krisengeschüttelte Emirat Dubai erhält aus Abu Dhabi einen Kredit von zehn Milliarden Dollar. Damit kann der hochverschuldete Staatskonzern Dubai World fällige Schulden begleichen. Die Börse reagierte prompt.

Die in Finanznot steckende Regierung von Dubai hat vom benachbarten Emirat Abu Dhabi einen Kredit in Höhe von zehn Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro) erhalten. Mit dem Geld sollen unter anderem Schulden des staatlichen Bauunternehmens Nakheel in Höhe von 4,1 Milliarden Dollar beglichen werden, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung. Die in Form islamischer Schuldverschreibungen aufgenommenen Gelder sind am Montag fällig.

Auch die übrigen 5,9 Milliarden Dollar sollen den Angaben zufolge für die Rückzahlung von Schulden des staatlichen Konglomerats Dubai World verwendet werde, die bis Ende April kommenden Jahres fällig sind. Das Unternehmen musste sich aber verpflichten, über seine weiteren Schulden mit den Gläubigern über einen Zahlungsaufschub zu verhandeln. Der Leitindex der Dubaier Börse legte nach der Ankündigung mehr als zehn Prozent, der Yen gab gegenüber Dollar und Euro deutlich nach.

Neues Insolvenzrecht geplant

Dubai werde trotz der Unterstützung den Verkauf von Vermögenswerten prüfen, sagte eine regierungsnahe Person. Dubai kündigte überdies die Einführung eines neuen Insolvenzrechts an. Dieses solle greifen, falls Dubai World Gläubigerschutz beantragen müsse. "Wir wollen sicherstellen, dass es ein faires und angemessenes Rahmenwerk gibt, falls mit den Gläubigern keine Restrukturierung erreicht werden kann", sagte eine Person aus dem Umfeld der Regierung. Das neue Insolvenzrecht solle an amerikanisches und britisches Recht angelehnt sein.

Die Finanzprobleme Dubais und seiner Staatsfirmen hatten in den vergangenen Wochen die Börsen weltweit erschüttert. Das Emirat hat insgesamt Schulden in Höhe von 80 Milliarden Dollar angehäuft, davon hat 59 Milliarden Dollar Dubai World zu verantworten. Der Staatsfonds ist mit der Baufirma Nakheel unter anderem für den Bau der künstlichen Luxus-Palmeninseln vor der Küste des Wüstenstaats zuständig.

AFP/Reuters / Reuters
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