GDL-Chef Schell "Bahn betreibt Psychoterror"


GDL-Chef Manfred Schell gibt sich auch in seiner Kur kämpferisch: Trotz des "Psychoterrors" der Bahn, werde seine Gewerkschaft den Tarifstreit gewinnen", sagt er im stern-Interview. Darin berichtet er auch von massiven Drohungen gegen sich und die Lokführer.

Manfred Schell, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), ist zuversichtlich, den Tarifstreit mit der Bahn zu gewinnen. "Wir stehen diesen Arbeitskampf durch", sagte der GDL-Vorsitzende in einem Interview dem stern, das er während seiner Kur in Radolfzell gab. Das Angebot der Bahn, einmalig 2000 Euro zu zahlen, bezeichnete er als "Volksverblödung". Dies sei "Geld, das den Kollegen ohnehin schon gehört", so Schell. Er begründet dies damit, dass die Bahn Überstunden nicht vergütet, sondern dieses Geld angelegt hätte.

Schell beschuldigte die Bahn, "Psychoterror" zu schüren. "Die Abmahnungen und die Kündigungen wird die Bahn zurücknehmen müssen", so der GDL-Chef zum stern. Bahn-Personalchefin Margret Suckale kritisierte er als eine "Außerirdische", die die Eisenbahnerfamilie zerstört hätte.

In dem Gespräch berichtet Schell auch über Drohungen von Bürgern gegen die Lokführer-Gewerkschaft. "Es gab Drohungen gegen mich, Drohungen gegen Angestellte von uns, es hieß schon: Der Nächste, der das Haus verlässt, wird abgeknallt. Es gab Bombendrohungen. Es gab Anrufe: 'Der Schell wird seine Rente nicht mehr erleben!'", so der 64-Jährige. Er lasse sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen.

Vorwürfe, er habe sich mitten während des Arbeitskampfes in die Kur verabschiedet, wies der GDL-Chef zurück. "In bin nicht weg, ich bin rund um die Uhr erreichbar", so Schell. Falls die Bahn "mit einem neuen, einem wirklichen Angebot" komme, würde er sofort zu den Verhandlungen eilen.

Auch Privates verrät der Gewerkschaftschef dem stern: Noch immer schwärmt er für Ferrari-Sportwagen. Als er sich seinen ersten gekauft habe, hätte seine Frau ihn aber gewarnt: "Hast du noch alle Tassen im Schrank?" Nachdem er dann seinen Wagen bei Tempo 120 an die Leitplanke gesetzt habe, sei das Abenteuer Ferrari, so Schell, für ihn inzwischen allerdings beendet.

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