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Gebäudereiniger: Mehr Geld fürs Putzen

Der Tarifstreit bei den Gebäudereinigern ist beigelegt. Gewerkschaft und Arbeitgeber haben sich auf deutliche Lohnerhöhungen für die 860.000 Beschäftigten geeinigt. Die Tarifpartner forderten die Bundesregierung auf, den neuen untersten Tarif als Mindestlohn für die Branche festzulegen.

Nach einem einwöchigen Streik haben sich die Tarifparteien im Gebäudereiniger-Handwerk auf Lohnsteigerungen zwischen 4,9 Prozent im Westen und 6,3 Prozent im Osten geeinigt. Die Erhöhungen kommen in zwei Stufen jeweils zum Jahresbeginn, wie die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und der Bundesinnungsverband am Donnerstag mitteilten. Am 1. Januar 2010 erhöhen sich demnach Löhne und Ausbildungsvergütungen im Westen um 3,1 Prozent und im Osten um 3,8 Prozent. In der zweiten Stufe steigen sie erneut um weitere 1,8 Prozent im Westen und 2,5 Prozent im Osten.

Damit erhöht sich der unterste Tariflohn von 8,15 Euro auf 8,55 Euro im Westen und von 6,58 Euro auf 7 Euro im Osten. Die Tarifpartner forderten die Bundesregierung auf, diese Beträge als Mindestlohn für die Branche mit 860.000 Beschäftigten allgemeinverbindlich zu erklären, um damit Lohndumping zu verhindern.

"Der Streik hat sich ausgezahlt"

Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zeigten sich mit dem Abschluss zufrieden. "Wir haben das ursprüngliche Arbeitgeberangebot vor dem Streik durch den mutigen und starken Einsatz der streikenden Kolleginnen und Kollegen weit übertroffen, der Streik hat sich ausgezahlt", sagte IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel. Nach seinen Worten wird es auch einen Einstieg in die betriebliche Altersvorsorge geben.

"Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und konnten damit das seit Jahrzehnten bewährte Mindestlohn- und Tarifsystem in unserer Branche erhalten und weiterentwickeln", erklärte auch der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Bernd Jacke.

Der in der vergangenen Woche begonnene Streik wurde zum Freitag von der IG Bau ausgesetzt. Die Mitglieder sollen bis zum 10. November in einer Urabstimmung befragt werden. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 8,7 Prozent mehr Lohn gefordert. Der Tarifvertrag war Ende September ausgelaufen, einen neuen gab es seither nicht.

AP/DPA / AP / DPA