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Neue Töne aus dem Energiekonzern: RWE-Chef will Erhalt des Hambacher Forstes prüfen

Kann der als Hambi bekanntgewordene Hambacher Forst doch erhalten bleiben? RWE-Chef Rolf Martin Schmitz will zumindest prüfen, ob es einen Weg gibt, den Wald zu erhalten.

Von Rolf-Herbert Peters

#hambibleibt-Demonstration am Hambacher Forst

#hambibleibt – im Sommer demnsotrierten Tausende Menschen für den Erhalt des Hambacher Forstes 

DPA

Auf dem "Führungstreffen Energie" in Essen hat RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz die Möglichkeit eingeräumt, den Hambacher Forst zu erhalten. Man wolle prüfen, ob das "sinnvoll machbar" sei. Als Zeichen seines guten Willens sehe er den Erhalt aber nicht, "ich halte wenig von Zeichen". Sicher sei, dass der Erhalt weitere Millionen koste, weil man Abraum zu Sicherung des Waldes anschütten müsse.

Die von Emotionen aufgeladene Diskussion um den Hambacher Forst, der von Baumhausaktivisten besetzt ist und während der Räumung über den vergangenen Sommer zu Massendemonstrationen geführt hatte, bezeichnete er als "besonders lächerlich" im Zusammenhang mit dem Kohleausstieg.

Umsiedlung am Hambacher Forst soll weitergehen

Die verbliebenen Dörfer im rheinischen Revier, die nach den gültigen Plänen den Braunkohlebaggern zum Opfer fallen sollen, sind laut Schmitz nicht zu retten. "Wir werden die Umsiedlung fortsetzen", sagte der RWE-Manager. Es mache keinen Sinn, sie zu stoppen, weil die Dörfer teils zu 90 Prozent geräumt seien. Zugleich attackierte er die Politik: "Es wäre nett, wenn endlich mal jemand mit uns und nicht nur über uns sprechen würde."

Oliver Krischer, Energieexperte der Grünen, forderte RWE auf, keine Fakten zu schaffen, solange die Empfehlungen der Kohlekommission noch nicht politisch umgesetzt seien. "RWE tut so, als hätte das Unternehmen mit all dem nichts zu tun, was für sehr viel Unruhe sorgt." Er beklagte auch, dass viele Berliner Politiker den Kohlekompromiss zunehmend zerredeten.

Baumhaus im Hambacher Forst
wue
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