HOME

Handel: Grüezi, Aldi

Nach rund 16 Monaten Vorbereitung hat Deutschlands führender Discounter Aldi jetzt auch in der Schweiz seine ersten Geschäfte eröffnet. Doch nicht alle freuten sich: Die Gewerkschaft übte Kritik.

Jetzt hat Super-Discounter Aldi seine Fühler auch nach den Schweizern ausgestreckt: Am Donnerstag empfingen Filialen in Weinfelden, Amriswil, Altenrhein und Gebenstorf die ersten Kunden, teilte Aldi Suisse mit. Das Sortiment bestehet aus 700 Produkten des täglichen Bedarfs, darunter zahlreiche Eigenmarken, die speziell für die Schweiz konzipiert wurden. Die Schweiz ist jetzt das weltweit 15. Land, in dem die Unternehmensgruppe aus dem Ruhrgebiet aktiv ist. Damit startete Aldi in der Schweiz früher als sein deutscher Konkurrent Lidl, der nach eigenen Angaben dort ebenfalls ein Filialnetz aufbauen will.

Harte Gewerkschaftskritik

Die Gewerkschaft Unia kritisierte, Aldi drücke systematisch Teilzeitarbeit durch. Außer der Filialleitung sei das Personal in der Regel nur mit einem 50-Prozent-Pensum angestellt. Der Aldi-Lohn von 3696 Franken (2387 Euro) für eine Vollzeitstelle sei eine Mogelpackung: Die Beschäftigten müssten 42 Stunden pro Woche und damit eine mehr als bei den Schweizer Handelsunternehmen Migros und Coop arbeiten. Außerdem zahle Aldi weniger an die Krankentagegeld- Versicherung und umgehe mit der Teilzeitarbeit die Arbeitgeber-Beiträge für die Pensionskasse. Auf diese Weise spare Aldi Suisse bei den Löhnen über 10 Prozent ein, kritisierte die Gewerkschaft weiter.

Aldi Suisse gehört zum Unternehmen Aldi Süd, das in Deutschland, Irland, Großbritannien, Österreich, Slowenien, in den USA und Australien rund 3000 Filialen betreibt. Aldi Nord hat bisher nach Dänemark, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich, Spanien und Portugal expandiert. Mit einem geschätzten Bruttoumsatz von 22 Milliarden Euro ist Aldi die viertgrößte Handelsgruppe Deutschlands nach Metro, Rewe und Edeka. Weltweit werden die Bruttoumsätze der Aldi-Gruppe auf 38 Milliarden Euro geschätzt. Die Auslandsexpansion ist für Aldi der große Wachstumsmotor. Im Heimatland verzeichnete Aldi Marktforschern zufolge im vergangenen Jahr Umsatzrückgänge.

DPA