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Höhenflug: Euro klettert erstmals über 1,60 Dollar

Der Euro hat die Schallmauer von 1,60 US-Dollar durchbrochen und ist damit so teuer wie noch nie. Auch Rohöl kletterte auf ein neues Allzeithoch und notierte bei 118 US-Dollar. Die Opec will die Produktion ausweiten.

Euro und Ölpreis haben fast gleichzeitig die bisherigen Rekordmarken überschritten. Der Euro kletterte erstmals über 1,60 Dollar, die Notierung für Rohöl durchbrach die Marke von 118 Dollar. Als Ursachen für den seit Wochen anhaltenden Höhenflug des Euro gelten vor allem die Schwäche der US-Konjunktur und die vergleichweise niedrigen Zinsen in den Vereinigten Staaten, die Anlagen im Euro-Raum attraktiver machen und somit die Euro-Nachfrage steigern. Zudem hatten Mitglieder der Europäischen Zentralbank erklärt, die Zinsen in der Euro-Zone könnten steigen, falls die Inflation im Euro-Raum weiter hoch bleibe. Das letzte Rekordhoch der Gemeinschaftswährung war erst am 17. April mit 1,5982 Dollar verzeichnet worden.

Auch beim Öl ist ein Ende der Preisrallye nicht in Sicht. Seit Tagen markiert der Ölpreis regelmäßig neue Höchststände. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete im Handel an der New Yorker Rohstoffbörse zwischenzeitlich 118,05 Dollar. Damit lag der Preis deutlich über dem erst am Montag erreichten bisherigen Rekordhoch von 117,83 Dollar je Fass. Meldungen über einen Angriff auf einen japanischen Tanker und Rebellen-Attacken auf Ölpipelines in Nigeria hatten den jüngsten Preisanstieg ausgelöst. Händler äußerten zudem Sorgen vor globalen Versorgungsproblemen. Seit mehreren Wochen treibt auch der schwache Dollar Investoren in sichere Anlagen wie Öl und Gold.

Opec will Förderung erhöhen

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg wagt derzeit keine Prognose, wann Öl wieder günstiger werden könnte. Aus dem Ölmarkt heraus seien die Steigerungen der letzten Wochen nicht zu begründen, sagte eine Sprecherin. Öl sei genug vorhanden. Die OPEC-Staaten wollen gleichwohl ihre Förderkapazitäten bis zum Jahr 2012 um fünf Millionen Barrel pro Tag ausbauen. Das erklärte der Generalsekretär der Organisation Erdöl exportierender Staaten, Abdullah al Badri, am Rande einer Tagung in Rom.

AP / AP
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