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INDUSTRIE: Südzucker will Vorzugsaktien umtauschen

Davon erhofft man sich ein höheres Gewicht im Börsenindex MDax. Es wird die höhere Dividende der Vorzugsaktien gelten.

Der Zuckerproduzent Südzucker AG will seine Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln und erhofft sich davon unter anderem anderem ein höheres Gewicht im Börsenindex MDax. Der Hauptversammlung am 23. August soll demnach vorgeschlagen werden, die Vorzugsaktien im Verhältnis 1:1 gegen stimmberechtigte Stammaktien umzutauschen. Nach der Umstellung wird das Kapital auf 143,0 Millionen Stückaktien anstelle der bisherigen 111,9 Millionen Stück- und 31,1 Millionen Vorzugsaktien aufgeteilt sein. Die Börsenkurse beider Aktiengattungen erzielten nach dieser Bekanntgabe neue Jahreshöchststände.

Deutsches Phänomen ist nicht beliebt

Durch die geplante Umwandlung erhofft sich der Konzern auch einen intensiveren Handel mit den Südzucker-Aktien, weil damit eher den Gepflogenheiten an internationalen Kapitalmärkten Rechnung getragen wird. Vorzugsaktien sind ein deutsches Phänomen und an ausländischen Finanzmärkten weitgehend unbekannt. Bei Analysten ist diese Aktiengattung daher nicht sehr beliebt. Durch die Umwandlung wird zudem der Streubesitzanteil bei den Stammaktien auf 34 Prozent von bisher 21 Prozent erhöht. Größter Aktionär der Südzucker AG ist weiterhin die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft, die derzeit etwa 60 Prozent der Stammanteilscheine hält.

Nach dem Tausch gilt die höhere Dividende

Nach dem Tausch wird sich die dann einheitliche Dividende für das Geschäftsjahr 2001/2002 am Niveau der bisherigen, höheren Vorzugsdividende orientieren, gab Südzucker ferner bekannt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/2001 (bis Ende Februar) will Südzucker nach früheren Angaben eine ordentliche Dividende von 0,38 Euro je Vorzugsaktie zahlen, die Stammaktionäre sollen 0,34 Euro je Anteilsschein erhalten.

Südzucker ist im Index MDax notiert, der die 70 nach den Dax-Werten wichtigsten Nebenwerte umfasst. Am Donnerstag legten die in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegenen Stammaktien entgegen dem allgemeinen Trend um 1,82 Prozent zu und erreichten mit 16,8 Euro einen neuen Jahreshöchststand. Auch die Vorzugsaktien markierten mit 16,9 Euro ein neues Jahreshoch.