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Insolvenz: WCM ist pleite

Bitteres Ende für die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG: Die Verhandlungen über die Rückführung von Krediten sind erneut gescheitert. Nun musste WCM Insolvenz anmelden. Die Klöckner-Werke AG wollen nun selbst einen neuen Mehrheitseigner suchen.

Die Beteiligungsgesellschaft WCM hat Insolvenzantrag gestellt. Die Tochter Klöckner-Werke sieht dadurch bilanzielle Risiken von 80 Millionen Euro für sich. Verhandlungen zur Rückführung der Kredite seien gescheitert, teilte das WCM in Frankfurt mit. Die HSH Nordbank, die WCM einen Kredit über knapp 200 Millionen Euro vorzeitig gekündigt hatte, wolle den als Pfand überlassenen Mehrheitsanteil an der Klöckner-Werke AG versteigern. Um dies zu verhindern, habe WCM bei Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt. Aus Sicht der WCM sei die vorzeitige Kreditkündigung unwirksam.

Klöckner kündigte an, sich selber auf die Suche nach einem neuen Mehrheitseigner machen zu wollen. Der Vorstand habe ein begründetes Interesse, an der Auswahl des neuen Mehrheitseigners aktiv mitzuwirken. Klöckner werde Interessenten die Bücher zur Prüfung öffnen und zudem Kontakt zu potenziellen Investoren aufnehmen.

Bilanzielles Risiko bei Klöckner

Die Insolvenz des Mutterkonzerns habe zwar keine Auswirkungen auf das operative Geschäft, teilte Klöckner mit. Das bilanzielle Risiko aufgrund bestehender Forderungen gegenüber WCM betrage allerdings bis zu 80 Millionen Euro. Wertberichtigungen dieser Forderungen würden das Konzerneigenkapital von etwa 386 Millionen auf 306 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote auf 43 von 48 Prozent sinken lassen. Bankverbindlichkeiten habe Klöckner nicht.

WCM waren in den vergangenen Wochen zwei Kredite über zusammen 230 Millionen Euro vorzeitig gekündigt worden. Neben der Landesbank verlangt auch die WCM nahestehende Beteiligungsgesellschaft KPE Holding aus Hamburg vorzeitig ihr Darlehen zurück. Weil es WCM nicht gelungen war, den Kredit der HSH fristgerecht zurückzuzahlen, will diese nun den 68-prozentigen WCM-Anteil an Klöckner meistbietend verkaufen. Die Anteile, die WCM an die HSH verpfändet hatte, sollen am 27. November in Frankfurt öffentlich versteigert werden. Der Klöckner-Anteil ist die wichtigste Beteiligung von WCM. Außerdem hat WCM seinen Anteil an den Maternus-Kliniken bei der HSH als Sicherheit hinterlegt.

Die WCM-Aktie, die vorübergehend von Handel ausgesetzt war, fiel nach Bekanntgabe des Insolvenzantrags um 20 Prozent.

Reuters / Reuters