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Insolvenzverfahren: PIN plant massiven Stellenabbau

Im Dezember sah es noch gut aus für die 9000 Beschäftigten der PIN-Gruppe. Nun droht doch massiver Stellenabbau. Im Februar läuft das Insolvenzgeld aus, dann müssen Mitarbeiter freigestellt werden.

Der angeschlagene Briefzusteller PIN will in den kommenden Wochen bei den meisten seiner insolventen Tochtergesellschaften "in größerem Ausmaß" Arbeitsplätze abbauen. Es handele sich um "notwendige Schritte zur angestrebten Sanierung der gesamten Gruppe und damit zum Erhalt zahlreicher Arbeitsplätze, die sonst nicht zu retten wären", sagte der Insolvenzverwalter der PIN-Holding, Bruno Kübler, in Köln.

Bis zu 9000 Arbeitsplätze in Gefahr

Wie viele der 9000 Arbeitsplätze betroffen sind, bezifferte das Unternehmen trotz Nachfrage nicht. Insgesamt sind derzeit bereits 37 der 91 PIN-Gesellschaften zahlungsunfähig. Kübler schloss auch weitere Insolvenzen nicht aus. Die ersten PIN-Töchter hatten bereits im Dezember Insolvenz angemeldet. Ende Februar läuft die Zahlung von Insolvenzgeld aus, dann müssen die Mitarbeiter frei gestellt werden.

Kübler betonte zugleich, trotz der Schließung einzelner Regionalgesellschaften bleibe die PIN-Gruppe aber weiter funktionsfähig. So werde die Post der PIN-Kunden auch in Zukunft bundesweit zugestellt. "Die Zustellung der Post in den betroffenen Regionen wird über externe Dienstleister besorgt", sagte der Insolvenzverwalter.

Große Lösung in Sicht?

Medienberichte über eine bevorstehende Zerschlagung der Gruppe wies der Manager zurück. Ziel sei weiterhin eine "große Lösung" mit einem Investor für die ganze oder möglichst große Teile der PIN-Gruppe. "Es gibt weiterhin ernsthafte Interessenten, die sich bereits im Prozess der 'Due Diligence' befinden", sagte Kübler. Wann mit einem Abschluss der Verhandlungen zu rechnen sei, sei allerdings noch nicht abzusehen.

Kübler betonte, das Auslaufen des Insolvenzgeldes bei einigen der 37 insolventen Tochtergesellschaften und die damit verbundene Insolvenzeröffnung bedeute keinesfalls, dass die "große Lösung" damit ausgeschlossen sei. Auch die in der Insolvenz befindlichen Gesellschaften könnten im Falle des Verkaufs der Gruppe wieder ins bundesweite PIN-Netzwerk eingegliedert werden. "Dann könnten unter Umständen die frei gestellten Mitglieder wieder Beschäftigung finden", sagte Kübler. Der Manager schloss gleichzeitig auch regionale Lösungen, die eine Perspektive für einzelne PIN-Standorte bieten, nicht grundsätzlich aus. Entsprechende Angebote würden gründlich geprüft. Hier gebe es zahlreiche Interessenten.

AP / AP