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John Paulson bricht eigenen Rekord: Hedgefonds-Manager fährt Milliardenprofit ein

Die Bescheidenheit hat ein Ende: Der legendäre Hedgefonds-Manager John Paulson hat nach einem Medienbericht im vergangenen Jahr einen Megaprofit von fünf Milliarden Dollar gemacht. Das Gehalt von Goldman-Sachs-Boss Lloyd Blankfein ist dagegen Peanuts.

John Paulson hat mit einem Jahresverdienst von fünf Milliarden Dollar wohl seinen eigenen Rekord gebrochen. Im Jahr 2007 hatte der Hedgefonds-Manager diesen mit vier Milliarden Dollar selbst aufgestellt. Als erstes berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag vom größten Gehaltsscheck der Geschichte. Investoren, die sich mit Paulsons Portfolio auskennen, bestätigten im Laufe des Tages, die Zahl sei glaubwürdig. Zudem zeigten sie sich ziemlich beeindruckt: "Er hat es in der kurzen und in der langen Frist geschafft", sagte Brad Alford, Gründer von Alpha Capital Management. Böse Zungen hatten immer wieder behauptet, Paulson hätte mit seinen Investitionen entgegen des überhitzten Immobilienmarktes nur Glück gehabt. "Damit hat er bewiesen, dass er alles kann", fügte Alford hinzu.

Gleichzeitung kam neue Kritik auf, ob solch horrende Verdienste wirklich angemessen sind. Im vergangenen Jahr haben Hedgefonds durchschnittlich um 10,5 Prozent zugelegt. Manager bekommen für ihre Arbeit zwei Prozent Gebühr und noch einmal einen Anteil von 20 Prozent der ihnen zu verdankenden Gewinne. Nach diesem System steigen die Gewinne der Hedgefonds-Manager überproportional zu den Zuwächsen der Investitionsbündel selbst. Paulson wird zu Gute gehalten, dass er sein gesamtes Vermögen immer in die Fonds der eigenen Gesellschaft Paulson & Co investiert hat.

Trotzdem sind sich auch Anleger der Unverhältnismäßigkeit der Gehälter bewusst: "Viele dieser Hedgefond-Manager verdienen heute mehr als professionelle Athleten", sagte Kenneth Murray, Chef von Mercury Partners. "Und sie können das sogar für den Rest ihres Lebens machen, während Profisportler im Alter von 35 aufhören müssen." Ohne Frage sei das der beste Job der Welt, so Murray.

Finanzspritze auch für Goldman-Sachs-Chef

John Paulson war durch seine Finanzwetten gegen den US-Hypothekenmarkt 2007 zu einiger Berühmtheit gelangt. Er hatte damals den richtigen Riecher, dass die Immobilienblase in den USA platzen würde, und sahnte in dem Jahr fast 4 Milliarden Dollar ab. Paulson war es auch, der seine Finger bei dem berüchtigten Hypothekengeschäft mit im Spiel hatte, für das die US-Investmentbank Goldman Sachs eine Strafe zahlen musste. Paulson wettete dabei gegen die deutsche Mittelstandsbank IKB - und gewann.

Apropos Goldman Sachs: Gegenüber dem Rekordprofit Paulsons nimmt sich der Gehaltssprung des Bankchefs Lloyd Blankfein geradezu bescheiden aus. Dennoch wird sein Basisgehalt nach Konzernangaben zum Jahresgehalt auf zwei Millionen Dollar mehr als verdreifacht. Und das trotz eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr. Die Aktienvergütung schießt um 42 Prozent hoch auf 12,6 Millionen Dollar. Sie liegt damit aber noch weit unter den 67,9 Millionen Dollar, die Blankfein für 2007 erhielt.

Nachdem der US-Finanzsektor im Jahr 2008 noch vor dem Zusammenbruch stand und von der Regierung mit mehr als einer Billion Dollar gerettet werden musste, läuten manche US-Banken inzwischen das Ende der Bescheidenheit ein. Unter dem unmittelbaren Eindruck der Krise hatten die Institute nach hohem öffentlichem Druck die Boni für 2009 noch zurückgestutzt.

Goldman gehörte nach Einschätzung von US-Notenbankchef Ben Bernanke auf dem Höhepunkt der Krise 2008 zu den zahlreichen US-Großbanken, für die ernsthafte Konkursgefahr bestand. Im vergangenen Jahr ging der Reingewinn des Instituts um 38 Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar zurück.

mlr/Reuters/DPA / DPA / Reuters
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