Jürgen Hubbert "Mr. Mercedes" schaffte die Einigung


Mercedes-Chef Jürgen Hubbert konnte knapp vor seinem 65er den heftigen Streit bei DaimlerChrysler um das 500-Millionen-Euro-Sparpaket beilegen und nannte ihn eine "interessante Erfahrung in einer späten Phase meiner Karriere".

Für einige Verstimmung hatte in den vergangenen hektischen Wochen Hubberts Wort von der "baden-württembergischen Krankheit" gesorgt, für das der Automanager sich jetzt zumindest bei denen entschuldigte, die nicht gemeint waren, sich aber betroffen fühlten - die Landesregierung. Er stellte aber klar, das dies durchaus nicht spontan gemeint war, sondern eher eine kontrollierte Provokation.

Langsamer Rückzug

Auch ohne die jüngsten Auseinandersetzungen wollte der am 24. Juli 1939 im westfälischen Hagen geborene Diplom-Ingenieur in diesem Sommer schon mehr Zeit für die strategische Fragen und vielleicht auch für seine Familie haben. Doch Ende April sorgte die "Knall-auf- Fall-Abberufung" seines designierten Nachfolgers Wolfgang Bernhard, an der Hubbert mitwirkte, für eine Riesenüberraschung. In der kommenden Woche wird sein Nachfolger bestimmt, wahrscheinlich wird es Nutzfahrzeugvorstand Eckhard Cordes.

Hubberts Name ist und bleibt mit der bislang größten Modelloffensive bei Mercedes-Benz verbunden. Vom winzigen smart bis zum mächtigen Maybach hat er die Modellpalette des traditionsreichen Autobauers der Welt ausgeweitet. Der Westfale ist ein echtes "Daimler-Gewächs". 1965, also vor fast 40 Jahren, kam der Diplom- Ingenieur nach seinem Studium in Stuttgart zur damaligen Daimler-Benz AG. Das Autogeschäft lernte er dabei in allen Facetten. 1987 wurde er stellvertretendes Vorstandsmitglied und übernahm 1998 die Verantwortung für die Personenwagen von Mercedes-Benz. Die vom jüngst gestorbenen Helmut Werner eingeleitete Produktoffensive setzte Hubbert konsequent fort. Die C-Klasse, das CLK Coupé, der Roadster SLK, die M-KLasse, der smart und eben auch die A-Klasse sind mit seinem Namen verbunden.

Vor der zweiten Produktoffensive

Dass Mercedes-Benz einmal mehr als eine Million Autos verkaufen und in Deutschland hinter Volkswagen den zweitgrößten Marktanteil halten würde, galt noch zu Beginn der 90er Jahre als fast undenkbar. Heute kündigt Hubbert die zweite Produktoffensive an, baut die Marke smart massiv aus und will mit dem CLS, dem GST und dem CST in den nächsten Jahren erneut Modellnischen besetzen, so dass einmal 1,8 Millionen Autos verkauft werden. (dpa)

DPA

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