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Reportage über Kentucky Fried Chicken: Das kurze Leben der Fast-Food-Hühner

Nach 35 Tagen wartet die Fritteuse: Für eine Dokumentation über den Fast-Food-Riesen Kentucky Fried Chicken schaut die BBC hinter die Kulissen. Dafür lässt KFC sogar Kameras im Hühnerstall zu.

Im Hühnerstall des Fast-Food-Riesen: Hier drängen sich 34.000 Tiere

Im Hühnerstall des Fast-Food-Riesen: Hier drängen sich 34.000 Tiere

Mit mehr als 18.000 Filialen ist Kentucky Fried Chicken eines der größten Fast-Food-Unternehmen der Welt. Wer so viel Billighühnchen unters Volk bringt, hat zwangsläufig eine Menge Kritiker. Tierschutzorganisationen wie Peta kritisieren die Massentierhaltung bei KFC seit Jahren. Nun hat sich die britische BBC den Konzern vorgenommen. Die dreiteilige Dokumentation The Billion Dollar Chicken Shop"" zeigt, wie die riesige KFC-Maschinerie funktioniert - vom Küken bis zur Fritteuse. Sogar in einen der überfüllten Hühnerställe durften die Kameras.

Skandalbilder von zerrupften und blutenden Hühnern liefert der offiziell genehmigte Dreh nicht. Denn natürlich läuft in dem Vorzeigestall alles brav nach Vorschrift. Dennoch dürfte selbst KFC-Fans angesichts der Massentierhaltung ein beklemmendes Gefühl beschleichen. 34.000 Küken drängen sich in einer Halle, in die kaum Sonnenlicht fällt. Außer fressen, trinken und durch die eigenen Exkremente laufen bleibt den Vögeln nichts zu tun. So sieht ein KFC-Hühnerleben aus, bevor das Fleisch schließlich in Panade gewendet in einem Bucket endet.

Zulieferer Andrew beteuert, dass die Tiere gut gehalten werden

Zulieferer Andrew beteuert, dass die Tiere gut gehalten werden

Allein in Großbritannien gibt es 1000 solcher Ställe. Bereits nach 35 bis 42 Tagen haben die Hühner das richtige Gewicht und kommen in die Gaskammer. "Sie haben ein kurzes Leben, aber ein sehr gutes Leben", beteuert KFC-Zulieferer Andrew. "Mir würde es nichts ausmachen, als Huhn hier drin zu leben."

In Plastik verpackt werden die Hühnchen tonnenweise durchs Land gekarrt

In Plastik verpackt werden die Hühnchen tonnenweise durchs Land gekarrt

So richtig verlockend erscheint die Aussicht auf ein Leben als KFC-Huhn allerdings nicht. Nach dem Gaskammertod werden die Tiere maschinell in neun Stücke zerteilt. Dann werden die Fleischberge verpackt und in die Filialen ausgeliefert. Die 850 britischen KFC-Restaurants verbrutzeln im Jahr rund 23 Millionen Hühner. In Deutschland gibt es derzeit 116 Filialen, der Konzern hat angekündigt, die Zahl der Standorte kurzfristig auf mehr als 200 zu steigern.

Und ab in die Fritteuse

Und ab in die Fritteuse

In Deutschland sorgen die Zustände in Geflügelfarmen immer wieder für Negativschlagzeilen. Erst im Dezember filmten Tierschützer heimlich grausame Zustände auf einem Wiesenhof-Entenmastbetrieb. Solche Tierquälereien sind in der Hochglanz-Reportage über den KFC-Konzern nicht zu sehen. Glückliche Bio-Hühner sehen allerdings auch anders aus.

Ja, das ist Fastfood

Ja, das ist Fastfood

Auf dem deutschen Markt wirbt KFC übrigens mit dem Slogan "Ist das noch Fastfood?". Nach Ansicht der Bilder muss man sagen: Faster geht's nicht.

Daniel Bakir
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