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Konjunktur: Wirtschaft trotz starkem Euro optimistisch

Der Höhenflug des Euro hat bisher noch keinen negativen Einfluss auf die Konjunktur in Deutschland. Das Geschäftsklima hat sich im November sogar wieder leicht verbessert. Im für die Wirtschaft so wichtigen Exportsektor bleiben die Erwartungen positiv.

Der in den vergangenen Wochen und Monaten stark gestiegene Euro hat die positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland nicht trüben können. Der vom Münchener Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklimaindex stieg von 103,9 Punkten im Vormonat auf 104,2 Punkte, wie das Forschungsinstitut am Dienstag mitteilte.

Nach sechs Rückgängen in Folge ist der Konjunkturindikator damit erstmals wieder leicht gestiegen. Experten hatten demgegenüber angesichts des starken Euros und der hohen Energiepreise einen weiteren Rückgang erwartet. "Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Konjunktur auf hohem Niveau nur allmählich abkühlt", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Eurokurs liegt derzeit mit über 1,48 Dollar auf einem Allzeithoch. Auch der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen rasant gestiegen: Für ein Barrel (jeweils 159 Liter) muss an der New Yorker Warenterminbörse mittlerweile fast 100 Dollar gezahlt werden.

Export bleibt wichtige Stütze

Auch in den kommenden Monaten ist nicht mit einer deutlichen Verschlechterung zu rechnen: Die Exporterwartungen der Firmen seien weiter positiv, sagte Ifo-Konjunkturexperte Hans Günter Russ. "Der Euro ist für die Firmen nicht so gefährlich wie vielfach angenommen." Die Exporte würde voraussichtlich viel stärker leiden, wenn in den Abnehmerländern die Konjunktur im nächsten Jahr deutlich an Dynamik verlieren sollte, so Russ.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Monatlich befragt das Institut rund 7000 Unternehmen aus Industrie und Bauwirtschaft sowie Einzel- und Großhandel nach ihrer gegenwärtigen Geschäftslage und ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate. In der aktuellen Umfrage zeigten sich die Unternehmen mit ihrer derzeitigen Geschäftslage etwas zufriedener als im Oktober. Der Lage-Index verbesserte sich entsprechend von 109,6 Punkten auf 110,4 Punkte. Dagegen ging der Index für die Geschäftserwartungen leicht von 98,6 auf 98,3 Punkte zurück.

Reuters DPA