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Kreditkarten: Datenklau betrifft auch deutsche Kunden

Nach dem Hackerangriff auf die Daten von 40 Millionen Kreditkartenbesitzern in den USA hatten sich die Firmen um Schadensbegrenzung bemüht. Wie jetzt bekannt wurde, sind auch deutsche Kunden von dem Datenklau betroffen.

Mit einem virusähnlichen Programm hatten Hacker in den USA die Daten von über 40 Millionen Kreditkarten-Inhabern gestohlen. Die Täter waren der "Washington Post" zufolge in das Computersystem der Firma Cardsystems Solutions eingedrungen. Cardsystems ist eine von mehreren US-Firmen, die die Transaktionen zwischen den Konsumenten, dem Handel und dem Kreditkartenunternehmen abwickelt. Nach dem Diebstahl der Daten hatte sich das Kreditkarten-Unternehmen Mastercard zunächst um Schadensbegrenzung bemüht und erklärt, dass nur ein kleiner Teil der Karten betroffen sei. Für etwa 68.000 Kunden bestehe die Gefahr, betrogen zu werden. Insgesamt könnten die unbekannten Betrüger allerdings die Daten von rund 40 Millionen Karten an sich gebracht haben.

Die Spitze des Eisbergs

Wie jetzt bekannt wurde, sind neben den US-Kunden auch Europäer von dem Hackerangriff betroffen. Das Unternehmen Visa teilte in Frankfurt mit, dass potenziell 800.000 in Europa ausgegebene Visa-Karten betroffen sind. Bei rund 40.000 dieser Karten seien die kompletten Magnetstreifendaten entwendet worden, so dass größte Betrugsgefahr bestehe. Visa habe jedoch die ausgebenden Banken über die betreffenden Kartennummern informiert. Das Unternehmen forderte zudem die Kreditkarten-Kunden auf, ihre Konten im Auge zu behalten und ihre Bank bei ungewöhnlichen Bewegungen sofort zu informieren. Gleichzeitig verwies Visa auf vielfältige Schutzmechanismen, die bei der Zahlungsabwicklung eingebaut seien. Mit ihrer Hilfe könnten kriminelle Aktivitäten schnell erkannt und der Schaden für die Kreditkartenbesitzer minimiert werden. Die globale Betrugsquote mit Visa-Karten liege bei historisch niedrigen 0,07 Prozent.

Jim Stickley, Sicherheitsexperte und Technologiechef bei der Firma Tracesecurity bezeichnete dagegen den Zwischenfall "nur als die Spitze des Eisbergs einer globalen Identitätsdiebstahl-Epidemie". Er setzte sich für die Verschlüsselung von Daten und für behördliche Datenschutzvorschriften ein. So plädiert auch das für den Schutz der Persönlichkeitsrechte eintretende Electronic Privacy Information Center (EPIC) für bessere Regelungen. Der Verbraucher werde in seiner Vorstellung getäuscht, dass seine Zahlung direkt von der Kreditkartenfirma abgewickelt werde, sagte EPIC-Anwalt David Sobel. "Das ist eine Schattenwirtschaft, in der der Verbraucher niemals genau weiß, wer mit seinen persönlichen Daten umgeht."

US-Senat diskutiert schärfere Gesetze

Mittlerweile reagiert auch der amerikanische Senat auf die Sicherheitspanne. Angesichts einer eskalierenden Welle von Datenklau- und Datenverlust-Fällen hat er vergangene Woche neue Datenschutzvorschriften diskutiert. Viele US-Bundesstaaten haben sich bereit dem Vorbild von Kalifornien angeschlossen. Kalifornien hatte als erster US-Bundesstaat per Gesetz vorgeschrieben, dass alle von Datenklau Betroffenen informiert werden müssen.

AP/DPA / AP / DPA
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