Kursverluste trotz Top-Zahlen Deutsche Bank reißt keinen vom Hocker


Dank eines starken Investment-Bankings hat die Deutsche Bank mit ihrem Gewinn im ersten Quartal die Prognosen übertroffen. Die Aktie ging dennoch in die Knie. Einige Börsianer zweifeln an der Nachhaltigkeit, andere hatten offenbar insgeheim mehr erwartet.

Die Deutsche Bank ist mit einem Milliardengewinn in das Jahr gestartet: Die Bank erzielte im ersten Quartal 2010 einen Gewinn nach Steuern von 1,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Vor Steuern lag das Plus demnach bei 2,8 Milliarden Euro - der zweithöchste Quartalsgewinn in der Geschichte der Bank. Sie verbesserte damit ihr Ergebnis aus dem Vorjahresquartal, als die Deutsche Bank ein Plus von 1,2 Milliarden Euro nach beziehungsweise 1,8 Milliarden Euro vor Steuern machte.

Die Aktie verlor dennoch mehr als zwei Prozent und gehörte zu den schlechtesten im Dax. Händler Oliver Roth von Close Brothers Seydler begründete die Kursverluste mit Gewinnmitnahmen. "Der Markt hat in den letzten beiden Handelstagen einiges eingepreist, nachdem US-Banken in der letzten Woche überzeugende Zahlen präsentiert haben." Die guten Zahlen der Deutschen Bank könnten daher keinen mehr vom Hocker reißen. An den Zahlen sei nichts auszusetzen, sagten mehrere andere Händler. Es gebe aber Zweifel an der Nachhaltigkeit.

In den ersten Monaten des Jahres habe sich die Weltwirtschaft "spürbar stabilisiert", erklärte der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Den Milliardengewinn seines Unternehmens führte er auf Geschäfte im Investment-Banking zurück, wo die Bank mit 2,7 Milliarden Euro vor Steuern ein "Rekordergebnis" erzielt habe. Und das trotz eines verringerten Eigenhandels an den Börsen. Insgesamt liegt der erzielte Gewinn deutlich höher als von Experten erwartet.

Ackermann: "Einige Risiken verbleiben"

Bank-Chef Josef Ackermann sieht die wirtschaftliche Lage dennoch insgesamt nicht vollkommen entspannt. "Im ersten Quartal 2010 hat sich die Weltwirtschaft spürbar stabilisiert, auch wenn noch einige Risiken verbleiben", teilte er am Dienstag mit. "Die wirtschaftlichen Aussichten sind weiterhin durch ein hohes Maß an Unsicherheit geprägt", schrieb er in einem Brief an die Aktionäre. Außerdem rücke der Ausstieg aus der aktuell sehr expansiven Geld- und Zinspolitik sowie anderen staatlichen Stützungsprogrammen immer näher.

Hinzu komme, dass derzeit nicht absehbar sei, wie und wann die strengeren regulatorischen und fiskalpolitischen Maßnahmen umgesetzt würden. Ackermann sprach sich wie schon bei früheren Gelegenheiten für eine international koordinierte Vorgehensweise aus.

AFP/DPA DPA

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