Lidl-Skandal Ein "ekelerregender Auswuchs"


Der Skandal um die Mitarbeiterüberwachung bei Lidl sorgt für Entrüstung bei stern.de-Lesern: Ein "ekelerregender Auswuchs des Hyperkapitalismus" sei dies, heißt es zu der Enthüllung des stern und von stern.de. "Sind nicht einmal Menschenrechte hier sicher?"

Der Lidl-Skandal erhitzt die Gemüter der stern.de-Leser. "Toreador" schreibt: "Unglaublich! Wenn man damit nicht die Arbeitsplätze der Opfer gefährden würde, sollte man glatt Lidl boykottieren. Ganz gezielt und deutlich. Aber so... Da hoffe ich nur, dass die Opfer gute Anwälte finden und Lidl mit Schadensersatzzahlungen bluten muss!"

Leser "datenbaer" sieht das niedrige Gehalt der Lidl-Mitarbeiter als Grund für die Bespitzelung an: "Wer nix zahlt, kriegt auch kein besseres Personal", meint er. "Je besser das Verhältnis der Unternehmensleitung zu seinen Mitarbeitern ist, desto weniger muss spioniert werden. Hier herrscht in vielen Fällen offenbar keine kollegiale Grundeinstellung sondern die des Herrschenden gegenüber der des Gehorsamen." So sei bei Lidl offensichtlich sowohl das Verhältnis zwischen Kollegen als auch das zu Kunden gestört, schreibt der Leser.

"Dass die Unternehmen kein besseres Personal für die Aufgaben haben, liegt sicherlich nun wieder an der Lohnhöhe, die sie dafür bereits sind, auszugeben. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz", kommentiert "datenbaer".

"Auswuchs des Hyperkapitalismus"

Als "ekelerregenden Auswuchs des Hyperkapitalismus" bezeichnet "Ir.california" die Geschehnisse bei Lidl. "Respekt und Würde sind für die Lidl-Chefs offenbar Fremdworte", meint er. Diese würden ihre Mitarbeiter offensichtlich als rechtslose Arbeitssklaven betrachten."Ich könnte ausspucken!" kommentiert er.

Auch "Nursery" ist entrüstet über die Zustände bei Lidl: "Es ist ja nicht unbekannt, dass Menschen in diesem Wirtschaftssystem nur noch Dreck sind und auch so behandelt werden müssen. Ich hätte vermutet, dass in einem südamerikanischen Land oder einem ehemaligen Ostblockland solche Vorgänge stattfinden. Mir wird echt übel dabei. […] Sind noch nicht einmal unsere Menschenrechte sicher?"

Auch Leser "Asteriskina" äußert sich mit Abscheu: "Was da abgelaufen ist, hat mit Qualitätssicherung nichts mehr zu tun. Allein die Tatsache, dass Mitarbeiter Angst haben müssen, auch noch auf der Toilette von Kameras beobachtet zu werden, sollten sämtliche Alarmglocken läuten lassen. Es stellen sich nun aber vor allem Fragen nach adäquaten Konsequenzen. Strafanzeigen der Mitarbeiter gegen Lidl wären fällig, die Sache ist kein Kavaliersdelikt sondern hat strafrechtliche Relevanz."

Er plädiert für Geldstrafen, "die wirklich weh tun mit Androhung weiterer Konsequenzen, sollte das nochmals passieren".

Lio

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker