Liechtenstein "Fürstlich investieren"


Seit Donnerstag ist die Liechtensteinische LGT-Bank auch außerhalb der Hochfinanzszene bekannt: Klaus Zumwinkel soll seine Millionen hier gebunkert haben. Das Institut folgt einem einfachen Geschäftsprinzip - viel können und nichts fragen.
Von Sebastian Christ

Ein Slogan, zwei Worte: "Fürstlich investieren". Die Liechtenstein Global Trust (LGT) wirbt stolz damit, dass auch die regierende Fürstenfamilie den Investmentexperten des Bankhauses vertraut. Allerdings wäre es auch merkwürdig, wenn dies nicht der Fall wäre - schließlich gehört die LGT mit Sitz in Vaduz fast vollständig zum Besitz der Adelsfamilie. Sie verwaltet deren Kapital und macht gleichzeitig einen nicht unbeträchtlichen Teil des auf mehrere Milliarden Euro geschätzten Vermögens der von und zu Liechtensteins aus.

Das Institut ist bekannt für seine hervorragenden Anlagestrategen. Doch ein viel größeres Verkaufsargument für die Liechtensteinischen Finanzdienstleistungen ist die Diskretion der Banker. Viele ausländische Kunden legten ihr Geld genau deswegen in den Alpen-Zwergstaat an. Am Donnerstag wurde bekannt, dass die LGT auch mindestens einen prominenten Kunden aus Deutschland hatte - den ehemaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel.

Die Bank mit der Krone im Logo ist eine der ersten Finanzadressen im Fürstentum. An der Spitze der LGT stehen keine Karrierebanker, sondern die Prinzen Max und Philipp.

Fast 100 Milliarden Franken Kundenvermögen

Kerngeschäft der LGT ist das Private Banking - also die Vermögensbetreuung meist wohlhabender Kunden. Daneben gehört zur LGT auch ein Hegde-Fond mit einem Kapital von mehr als vier Milliarden Schweizer Franken. Im Sommer 2007 betreute die Bank ein Kundenvermögen 99,7 Milliarden Franken.

In Deutschland ist die LGT an sieben Standorten vertreten: Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart, Mannheim, Köln, Hamburg und München. International unterhält die Bank insgesamt 29 Niederlassungen, vor allem in den wirtschaftsstarken Staaten Mittel- und Westeuropas.

Seriös, aber verschwiegen

"Die LGT ist eine seriöse Bank mit guter Beratung und einer hervorragenden Portfolio-Verwaltung", sagt Wolfgang Gerke, Bankenexperte vom Bayerischen Finanz Zentrum in Nürnberg. "Aber sie ist eben auch eine Adresse für unseriöse Anleger." Als Liechtensteinische Bank profitiere sie von ihrer Verschwiegenheit und der Nähe zu Deutschland. Zudem sei das Fürstentum weltweit als Steueroase bekannt. "Man muss ja nicht bis nach Dubai gehen, um sein Geld anzulegen. Bei der LGT gibt es Leute, die dieselbe Sprache sprechen wie ihre deutschen Kunden. Und es sind erfahrene Finanzprofis."

Potenzielle Investoren profitierten bisher vom Liechtensteinischen Bankgeheimnis. Wer sein Geld erst einmal nach Liechtenstein geschafft hatte, lief nur selten Gefahr, nach der Herkunft seines Vermögens gefragt zu werden. "Expertise bekommt man ja auch anderswo", sagt Gerke. "Aber hier bekommt man auch die Möglichkeit, Dinge zu machen, die anderswo nicht denkbar wären."


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