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TV-Hersteller : Loewe ist insolvent - und will die Wende aus eigener Kraft schaffen

Sechs Jahre nach der ersten Insolvenz wird der TV-Gerätehersteller Loewe erneut zum Sanierungsfall. Das Unternehmen will in Eigenregie einen Neustart schaffen.

Loewe

Ein Schild am Werksgelände von Loewe in Kronach

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Fast hundert Jahre nach seiner Gründung steht der Elektronikhersteller Loewe mit Sitz im fränkischen Kronach zum zweiten Mal innerhalb von sechs Jahren vor dem Aus. Wie unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag berichtet,  soll das Unternehmen im Rahmen eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung saniert werden.

Das Fachportal "Markt und Technik" zitiert Loewe-Chef Ralf Vogt: "Wie in der gesamten Branche wird auch unser Geschäft durch die anhaltende Marktschwäche bei Fernsehgeräten schwer belastet“. Und weiter: "Unser relevantes Marktsegment in der gehobenen Preisklasse ist im laufenden Quartal um 20 Prozent rückläufig. Wir haben uns deshalb entschlossen, auf diesem Weg die weitere Sanierung von Loewe im Rahmen unseres Zukunftskonzeptes zu forcieren." Die Eigenverwaltung ermögliche es der Geschäftsführung, im Amt zu bleiben. Ein vom Gericht bestellter Rechtsanwalt überwacht im Interesse der Gläubiger den Sanierungsprozess. 

Loewe musste bereits 2013 Insolvenz anmelden

Loewe

Loewe (2013)

Elektronikhersteller Loewe aus dem fränkischen Kronach musste 2013 Insolvenz anmelden – 90 Jahre nach der Gründung. Loewe-Mitarbeiter Manfred von Ardenne hatte einst Pionierarbeit mit der Erfindung des elektronischen Fernsehens geleistet. Nach der Insolvenz übernahm der Investor Stargate Capital und führte die Firma fort. Loewe produziert nach wie vor in Deutschland Fernseher.

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Loewe wurde ursprünglich 1923 von den Brüdern Siegmund und David Ludwig Loewe in Berlin gegründet. Das Unternehmen ist eine der letzten deutschen Traditionsmarken im Fernsehgeschäft, bei denen die Geräte noch in Deutschland produziert werden. Am Standort Kronach fertigt Loewe seit 1948. Vor allem Konkurrenten aus Fernost, etwa Samsung oder Panasonic, bereiten den Franken schon seit langem Kopfzerbrechen. Die asiatische Konkurrenz produziert billiger und in riesigen Stückzahlen. 2013 geriet die Traditionsmarke schon einmal ins Schlingern und musste Insolvenz beantragen. 2014 übernahm ein Münchner Finanzinvestor das angeschlagene Unternehmen.

Nun ist Loewe erneut ein Sanierungsfall. Der Geschäftsbetrieb soll währenddessen ohne Einschränkungen weitergehen, wird Loewe-Chef Vogt zitiert. Kundenaufträge können demnach erfüllt werden, Verbindlichkeiten und Gehälter ebenfalls gezahlt werden. Loewe hat rund 500 Mitarbeiter.

Quellen: "Süddeutsche", "Markt und Technik"

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