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Magnetfeldtechnik: Neue Effizienz für Windräder

Der Gründerpreis-Nominierte Frank Pommerening hat einen hocheffizienten Generator für Windanlagen entwickelt. Bislang kam der Generator zwar nur bei Probeläufen zum Einsatz, doch mit sensationellen Ergebnissen.

Von Matthias Lauerer

Frank Pommerening, 44, liebt es eher schlicht. Statt im edlen Anzug empfängt der Geschäftsführer des Dortmunder Unternehmens Resonanz Magnetfeldtechnik GmbH, kurz RMT, Besuch lieber im legeren Karohemd. Lächelnd geht er zum Kofferraum seines grauen Renault Twingo. Darin liegt das Resultat monatelanger Garagen-Tüftelei, aus seiner Sicht der Schlüssel zu einem Millionen-Markt. "Das ist ein hocheffizienter, elektronischer Generator im Leistungsbereich zwischen ein und zehn Kilowatt", erklärt er etwas umständlich. Er ist Ingenieur, kein Marketing-Experte.

Ein Quantensprung in der Stromausbeute

Vor allem in Windkraftanlagen soll sein neuer Generator später mal eingesetzt werden. Eine Test-Anlage im Großraum Aachen und eine in Norddeutschland wurden bereits versuchsweise mit ihm bestückt. Das besondere an der neuen Technik beschreibt Pommerening fast schon lapidar: "Wir nutzen damit 40 Prozent der im Wind enthaltenen Energie. Normalerweise sind es nur 25 Prozent." Bestätigt sich das auch im praktischen Großeinsatz, wäre das ein Quantensprung: Die höhere Stromausbeute würde dazu führen, dass sich die teuren Anlagen viel schneller rechnen. Weiterer Vorteil: die Maschine springt schon bei Windgeschwindigkeiten von nur 2,5 Metern pro Sekunde an. "Viele Anlagen laufen zwar bei diesen Geschwindigkeiten an", sagt Pommerening, "doch sie benötigen dann noch Energie, um zu starten. Das braucht unser Generator nicht." Ein Fakt, der sich gerade in Gegenden mit wenig Wind, etwa im Binnenland Nordrhein-Westfalen positiv bemerkbar macht. Denn je eher eine Windkraftanlage anfängt zu arbeiten, desto eher produziert sie Strom.

Großes Interesse

Entsprechend groß ist das Interesse der Windkraftanlagen-Bauer. Einige der Generatoren wurden bereits verkauft, dutzende Bestellungen liegen vor. In den nächsten Jahren sollen es dann bereits mehrere Hundert Anlagen sein. Mehr will der Gründer aber noch nicht verraten.

Bereits 1997 machte sich der Dortmunder während seines Nachrichtentechnik-Studiums selbstständig und legte damit unbewusst auch den Grundstein für die RMT. Sein Nebenjob: Er stattete Diskotheken mit Unterhaltungstechnik aus. Doch dem damals 34-Jährigen fehlte ein leistungsstarker Generator. Er kam auf den Trick, mit den Resonanzfeldern: Durch andersartige Wicklung des Kuperdrahtes in den Motoren lässt sich die Wirkung optimieren.

Doch die pfiffige Idee für die Verbesserung lag aus beruflichen Gründen und mangelnder Zeit bis 2003 auf Eis. Seitdem wird wieder an der Idee vom Resonanzfeld-Generator gearbeitet. 2004 hielt der erste RMT-Prototyp den Anforderungen stand. Im Juli 2006 wurde das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse. "Jetzt sind wir sogar für den Deutschen Gründerpreis nominiert", sagt der Erfinder. Bereits 2009 erwartet RMT laut Businessplan einen Umsatz von fünf Millionen Euro. Im Sommer 2007 wird sogar schon ein Motor in einem Hochleistungs-Solar-Fahrzeug der Fachhochschule Bochum bei der "Solar-World-Challenge" in Australien am Start sein - noch kein Markt aber gutes Marketing.

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