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Zu hohe Forderungen: So können Sie Mahngebühren sparen

Bei Erinnerungsschreiben an säumige Kunden sind Mahngebühren die Regel. Oft sind die erhobenen Zusatzkosten aber zu hoch. Wir verraten, wie Sie sich gegen überzogene Forderungen wehren können.

Zu hohe Mahngebühren? Widerspruch ist hier oft angebracht.

Zu hohe Mahngebühren? Widerspruch ist hier oft angebracht.

Der Ärger kommt mit der Post: Eine übersehene Rechnung und schon liegt das Mahnschreiben im Briefkasten. Natürlich mit einer saftigen Gebühr - schließlich musste sich der Rechnungssteller ja die Mühe machen, den säumigen Kunden erneut anzuschreiben. Dass die Zusatzgebühren oft viel zu hoch sind, wissen die Wenigsten. Zwischen fünf und 15 Euro stellen viele Unternehmen bereits bei der ersten Mahnung in Rechnung. Strafzahlungen in dieser Höhe sind aber unzulässig, erklärt Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen der "Süddeutschen Zeitung". Kunden haben aber die Möglichkeit, sich gegen die überzogenen Forderungen zu wehren.

Nur tatsächliche Kosten können berechnet werden

Grundsätzlich gilt: Unternehmen können säumigen Kunden Zusatzkosten in Rechnung stellen. Auch wenn es dabei keine gesetzliche Obergrenze gibt, haben Gerichte festgestellt, dass viele Gebühren, die erhoben werden, über einem angemessenen Maßstab liegen. Dieser wird nach Ansicht der Richter  durch die Kosten, bestimmt, die dem Rechnungssteller tatsächlich durch das Schreiben der Mahnung entstanden sind. Das bedeutet, dass Porto, Druck- und Papierkosten berechnet werden dürfen, Personal- und Verwaltungskosten nicht. Pauschalen von fünf Euro und mehr haben Gerichte in mehreren Fällen daher für unzulässig erklärt. Welche Summe genau als angemessen gilt, ist nicht klar festgelegt. Es gibt jedoch Urteile, die von 1,20 Euro bis 1,50 Euro ausgehen. 

Widerspruch lohnt sich

Aufgrund der Rechtsprechung gilt: Mahnkosten von mehr als 2,50 Euro sollte man auf keinen Fall akzeptieren. Hier lohnt es sich in jedem Fall schriftlich Widerspruch einzulegen und auf die entsprechende Rechtslage hinzuweisen. Die Verbraucherzentrale rät zudem weniger zu überweisen, als der Rechnungssteller an Mahngebühren fordert. Es sei unwahrscheinlich, dass Unternehmen wegen kleinerer Eurobeträge Gerichtsverfahren anstreben würden. Ein gewisser Betrag stünde dem Rechnungssteller aber in jedem Fall zu. Um Stress zu vermeiden empfiehlt es sich aber es gar nicht in Verzug zu kommen und Rechnungen pünktlich zu bezahlen. Das entlastet nicht nur das Gewissen, sondern schützt auch vor überzogenen Mahngebühren.

db