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MEDIEN: Bertelsmann: Börsengang schon 2003?

Konzernchef Middelhoff relativiert nach Mitarbeiterängsten das Renditeziel von zehn auf acht Prozent. Es soll keine Massenentlassungen geben.

Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff möchte Europas größten Medienkonzern schon in zwei Jahren an die Börse bringen. »Ich hätte gerne einen erfolgreichen Börsengang im Jahr 2003«, erklärte der Manager in der Montagsausgabe der Financial Times. Möglicherweise wird Bertelsmann auch schon 2002 für den Schritt bereit sein.

Ziel bei Umsatzrendite gesenkt

Gleichzeitig relativierte Middelhoff gegenüber der Zeitung frühere Ankündigungen, er wolle die Umsatzrendite bis dahin von derzeit sechs Prozent auf zehn Prozent steigern. Nachdem Ängste von Mitarbeitern über diese Vorgaben laut geworden waren, sagte der Manager, die zehn Prozent wären nur ein Wunschziel, keine Planvorgabe. »Schlimmstenfalls erreichen wir nur sieben bis acht Prozent, und wenn wir die erreichen, ist das gar nicht schlecht.«

Keine Massenentlassungen

Der Manager betonte, dass es keine Massenentlassungen unter den 83.000 Konzernbeschäftigten geben wird. »Wir senken die Kosten auf Bertelsmann-Art, nämlich durch höhere Effizienz.« Nach eigenem Bekunden teilt Middelhoff das Bekenntnis zur Bertelsmann-Kultur und geht davon aus, dass der Konzern seinen Hauptsitz in Gütersloh behält. Wenn aber Bertelsmann als börsennotierter Konzern mit ländlichem Hauptsitz nicht funktioniert, gibt es auch hierbei keine Tabus.

Ein Konzern, eine Stimme

Den Börsengang im Blick verlangte der Bertelsmann-Chef von seinen Managern auch ein neues Verhalten im Umgang mit der Öffentlichkeit. Bertelsmann braucht eine »Kultur der einen Stimme«. »Es geht nicht, dass hier jeder Interviews gibt. Ich werde die Vorstände bitten, in der Öffentlichkeit zurückhaltender zu sein«, so Middelhoff.