Medien Premiere versackt in Verlusten


Nur wenige Tage vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison meldet der Bezahlsender Premiere ein Minus von 44 Millionen Euro. Schuld sollen hohe Lizenzkosten für die WM gewesen sein - und der Verlust von Abonnenten.

Schlechte Nachrichten vom Bezahlsender Premiere: Auch wegen einer Bilanzbereinigung stürzte der Konzern im zweiten Quartal tief in die Verlustzone. Zudem dürfte die Zahl der Abonnenten wegen des Verlusts der Bundesliga- Rechte gesunken sein. Premiere hatte das Wettbieten um die Rechte gegen den neuen Anbieter arena verloren. Allerdings kann Premiere nach einer Einigung mit arena die Bundesliga, die am Freitag in die neue Saison startet, zumindest durch die Hintertüre präsentieren: In den meisten Bundesländern vermarktet Premiere das Angebot von arena bei den eigenen Kunden.

Hoffnung auf Kooperation mit Arena

Für die Zukunft zeigte sich Premiere-Chef Georg Kofler am Dienstag dennoch zuversichtlich: Durch die Kooperation mit dem Konkurrenten arena kann Premiere vielen Kunden die Bundesliga weiter präsentieren - und will damit den Abonnenten-Schwund stoppen. Laut Kofler ist nun auch das finanzielle Risiko gesunken, weil Premiere nicht mehr die Kosten für die Live-Rechte stemmen muss.

Im zweiten Quartal machte Premiere unter anderem wegen der Abschreibung aktivierter latenter Steuern auf Verlustvorträge einen Verlust von rund 139 Millionen Euro nach einem kleinen Gewinn im Vorjahreszeitraum. Auch ohne den buchhalterischen Sondereffekt schrieb das Pay-TV-Unternehmen operativ tief rote Zahlen. Der Verlust vor Steuern und Zinsen betrug unter anderem wegen der Kosten bei der Fußball-WM 43,7 Millionen Euro nach einem Gewinn von 6,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Allein den direkten Aufwand für die WM bezifferte Premiere auf 35 Millionen Euro Die Zahl der Abonnenten sank nach dem Verlust der Bundesliga-Rechte seit Ende des ersten Quartals um gut 79.000 auf 3,44 Millionen Kunden.

DPA/Reuters DPA Reuters

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