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Genfer Autosalon: Neuheiten in Genf - lieber Vollgas als nachhaltig

Die wichtigste europäische Autoshow vertraut auf mehr PS und Leistung. Und zeigt daneben bezahlbare Alltagsautos. Von der Elektro-Begeisterung ist wenig zu spüren.

Genfer Autosalon: Die Neuigkeiten von Alfa bis Jaguar
Alfa Romeo Stelvio: Das SUV aus Italien macht gewiss nicht nur am Stilfser Joch eine gute Figur. 

Alfa Romeo Stelvio: Das SUV aus Italien macht gewiss nicht nur am Stilfser Joch eine gute Figur. 


Es ist wohl die traditionsreichste Autoausstellung der Welt, der Genfer Salon, der in diesem Jahr seine 87. Auflage erfährt. Und immer ging es ereignisreich zu am Westende des Sees, den die französischsprachige Bevölkerung Lac Léman. Der Salon hat 2017 vom 9. bis zum 19. März geöffnet und hat trotz seiner Bedeutung als die erste und damit zunächst wichtigste europäische Auto-Schau des Jahres mit den Jahren eine ordentliche Portion seiner Originalität eingebüßt. Zählten früher noch Aussteller wie der Designer und Tüftler Franco Sbarro mit Spezialitäten wie einem nabenlosen Rad oder der Vordenker Frank M. Rinderknecht mit immer wieder überraschenden Ideen zu den Glanzlichtern der Messe, hat der Mainstream die Exponate heute wenn nicht über-, so doch zumindest eingeholt. Leistung, scharfe Formen und ein wenig Elektromobilität mit Feigenblatt-Funktion sind die immer deutlicher werdenden Tendenzen in Genf. Sbarro ist längst zur Normalität zurückgekehrt, Rinderknecht feierte die Premiere seiner Studie Oasis lieber in Los Angeles als in der Schweiz. Gleichwohl deutet der Salon die Entwicklung des noch jungen Autojahres an, hier werden erste Kundenmeinungen und das Kaufinteresse 

Alfa Romeo zelebriert die Europa-Premiere des Stelvio, der mit den zu erwartenden erklecklichen Absatzzahlen den dringend erforderlichen Erfolg für die Marke erzielen soll. Das immer weiter boomende SUV-Segment wird es wohl richten.

 Audi RS3 Sportback: Mit 400 PS in der Kompaktklasse durchstarten.

 Audi RS3 Sportback: Mit 400 PS in der Kompaktklasse durchstarten.


Audi bringt den 400 PS starken RS 3 Sportback mit nach Genf, die Maxi-SUV-Studie Q8 concept haben die Ingolstädter ebenso im Gepäck. Alpina stellt den B5 für all jene vor, die nicht auf die entsprechenden M-Modelle des 5er BMW warten wollen. Begehrlichkeiten wecken die Münchner unterdessen mit dem 5er-Kombi. In Genf feiert er Premiere, im Juni kommt er zu den Händlern. Sein Ladevolumen ist auf 570 bis 1.700 Liter gewachsen, 4,94 Meter Länge genügen dafür. Das Touring-Modell startet mit vier Motoren, die Benziner leisten 252 und 340 PS, die Diesel bringen es auf 190 und 265 PS. Die Preise reichen von 47.700 bis 62.800 Euro.

Zwei Konzeptfahrzeuge führt Citroen auf dem Messestand im Palexpo vor. Das 4,15 Meter lange Citroen C-Aircross Concept zitiert die Formen vergangener Studien und könnte auch unter dem Label der PSA-Designmarke DS eine gute Figur abgeben. Das Space-Tourer 4X4 Ë Concept dagegen will zeigen, wie aus einem Nutzfahrzeug ein stylishes Lounge-Gefährt werden kann. DS selbst stellt das Kompakt-SUV DS7 vor, das bereits vor drei Jahren auf der Auto-China als Studie debütierte. Ferrari zeigt den 812 Superfast, den stärksten und schnellsten Sportwagen der Markengeschichte mit Frontmotor. 800 PS leistet der 6,5 Liter große V12, 718 Newtonmeter Drehmoment stellt er bereit. 

Ford setzt beim neuen Fiesta auf Wachstum. Rund sieben Zentimeter länger ist der Kleinwagen geworden, diesen Schritt geht der Radstand jedoch nicht, weshalb sich das Raumangebot innen kaum verbessert. Mitte 2017 kommt er zu den Händlern und soll um 14.000 Euro kosten. Anders liegt der Fall beim neuen Korea-Mini: 15 Zentimeter mehr Radstand machen den erneuerten Kia Picanto bei gleicher Außenlänge (3,60 Meter) geräumiger. Der Kleinstwagen hat maximal 1.010 Liter Kofferraumvolumen, 140 mehr als bislang und bekommt in der dynamischen GT-Version eine Handvoll sportliche Gene auf den Weg, der mit rund 10.000 Euro für die Basisversion beginnt. 

 Honda NeuV: Elektro-Stadtwagen mit Emotions-Antenne. 

 Honda NeuV: Elektro-Stadtwagen mit Emotions-Antenne. 

Der Civic Type-R ist der Blickfänger auf dem Honda-Stand. Deutlich über 300 PS machen den gewachsenen Kompaktwagen weiterhin zu einem Überflieger in seiner Klasse, er segelt in großer Höhe mit Golf R oder Focus ST um die Wette. Marktstart des bösen Buben: September 2017. Die Studie NeuV (New Electric Urban Vehivle) fährt nicht nur emissionsfrei durch die Stadt sondern reagiert auf die Stimmungslage ihres Fahrers. Der Fuel Cell Clarity schließlich kommt mit einer Wasserstoff-Tankfüllung und Brennstoffzelle mehr als 600 Kilometer weit. Hyundai zeigt in Genf den erfolgreich gestarteten i30 als Kombi, der 540 bis 1.700 Liter Ladevolumen mitbringt. Zu haben sind alle Assistenten, die bereits beim Schrägheckmodell gefallen haben und die Vernetzung über Android Auto oder Apple CarPlay. 19.000 Euro wird die Basisversion mit 100 PS wohl kosten. 

 Jaguar I-Pace: Elektrisch und sehr kraftvoll. 

 Jaguar I-Pace: Elektrisch und sehr kraftvoll. 


Jaguar stellt den I-Pace ins Rampenlicht und elektrifiziert das Crossover-SUV mit einer 90 kWh-Batterie und einem passenden E-Motoren-Duo. Einer an jeder Achse ermöglicht eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in vier Sekunden. Die Studie ist ein Vorreiter des Serienmodells, das 2018 für 70.000 Euro auf den Markt kommen soll. Die Schwestermarke Land Rover will an den Erfolg des Evoque anknüpfen und siedelt das SUV-Coupé auf der Basis des Jaguar F-Pace oberhalb des Bestsellers an.

Michael Kirchberger/MID

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.