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Mobilität: Die Messe ist gelesen – Wieso Autoschauen zum Auslaufmodell werden

Jahrzehntelang waren sie in der Auto-Branche feste Größen: die Messen. Für ihre Auftritte in Frankfurt, Tokio, Detroit, Paris oder Genf investierten die Hersteller Millionen, bauten teure Showcars und präsentierten Neuheiten inmitten oft leicht bekleideter Models. Diese Ära endet jetzt.

Der Genfer Autosalon im Jahr 2019: Die Gänge sind breiter geworden, weil Hersteller fern bleiben.

Der Genfer Autosalon im Jahr 2019: Die Gänge sind breiter geworden, weil Hersteller fern bleiben.

Wer in den kommenden elf Tagen über den Autosalon im schweizerischen Genf schlendert, darf sich über extrabreite Gänge und viel Platz für Besucher freuen. Cafés lockern die Reihen der gewöhnlich autobepackten Stände der Hersteller auf. Vereinzelt gibt es kleine Sonderausstellungsflächen oder es werden gar restaurierte Gebrauchtwagen feilgeboten.

Vor wenigen Jahren wäre das undenkbar gewesen: Jeder Quadratmeter der begrenzten Ausstellungsfläche war umkämpft. Der Volkswagen-Konzern begegnete dem Platzmangel sogar mit dem Bau eines eigenen Büro- und Konferenztraktes neben der bevorzugten Messehalle. Millionen Euro wurden dafür investiert. Einmal im Jahr schloss man die Räume für wenige Tage auf, sonst standen sie leer.

Wichtige Hersteller fehlen

Inzwischen ist Platz kein Problem mehr: Fast alle Marken haben ihre Ausstellungen geschrumpft. Und manche Hersteller sind gar nicht mehr vertreten: Ford etwa, oder Hyundai, Opel und Volvo – um die wichtigsten zu nennen. Sie sparen sich den Aufwand glitzernder Messebauten, verzichten auf die Publikumswirkung und die PR, zumindest zum Teil.

Volvo gelang nämlich das Kunststück, auch ohne vertreten zu sein, die Diskussionen auf der Messe zu bestimmen: CEO Hakan Samuelson hatte vor Beginn der Show verkündet, seine Autos künftig aus Sicherheitsgründen alle bei Tempo 180 abzuregeln, also eine Art freiwilliges Tempolimit einzuführen. Er lud die anderen Hersteller sogar frech ein, es ihm gleich zu tun.

Bugatti: 1500 PS für 16 Millionen Euro - La Voiture Noire ist das teuerste Auto der Welt
Das Sichtcarbon in tiefem Schwarz prägt den Anblick.

Das Sichtcarbon in tiefem Schwarz prägt den Anblick.

DPA

Messen kämpfen seit Jahren

Das Wehklagen (zumindest des deutschen Teils) der Branche war sofort deutlich zu vernehmen – und der PR-Coup des Schweden damit gelungen. Dass so eine Einschränkung sowieso nur auf deutschen Autobahnen von Bedeutung ist, weil in allen Ländern gesetzliche Tempolimits gelten: egal. Und dass es bei den eigenen Kunden so gut wie keine Rolle spielt, weil Volvos, die mit 200 Sachen über die linke Spur brettern, selten zu sehen sind: geschenkt.

Das Messesterben hat nicht erst in Genf begonnen: Schon seit einigen Jahren kämpfen die Übersee-Veranstaltungen wie Tokyo und Detroit mit Absagen europäischer Konzerne. Und im vergangenen Herbst blieben auch große deutsche Hersteller der traditionsreichen Auto-Messe in Paris fern, die alle zwei Jahre, abwechselnd mit der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt stattfindet.

Sorge um die IAA

Für die IAA bedeutet das nichts Gutes: Nach jetzigem Stand könnte sie zu einer ziemlich nationalen Veranstaltung werden, denn fast alle internationalen Hersteller haben bereits abgesagt: Toyota, Rolls-Royce, Aston Martin, Nissan, Mazda, Renault, Dacia, Mitsubishi, Chevrolet, Cadillac, Peugeot, Citroën und DS wollen 2019 nicht in Frankfurt ausstellen. Weitere Hersteller spielen zumindest mit dem Gedanken einer Absage. Und auch deutsche Marken gestalten ihre einst opulenten Auftritte inzwischen bescheidener: BMW reduzierte seinen Flächenbedarf von 11000 auf rund 300 Quadratmeter. Manches Autohaus bietet da mehr.

Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche denkt über den Nutzen der teuren Auftritte nach. Dem stern sagte er: „Die Messen werden sich sicher was einfallen lassen müssen, weil das Format nicht mehr funktioniert.“ Die Messe Genf hat die frei werdenden Flächen einigermaßen gefüllt, allerdings sicher nicht zu den Standpreisen vergangener Jahre.

Genfer Autosalon: Autos, die keiner braucht
Hispano-Suiza Carmen – eine alte Marke wiederbelebt. Leider hat das neue Modell nicht von der Eleganz der historischen Luxuswagen der spanisch-französichen Marke aus der Anfangszeit des Automobilbaus. Dafür bietet es rund 1000 elektrische PS.

Hispano-Suiza Carmen – eine alte Marke wiederbelebt. Leider hat das neue Modell nicht von der Eleganz der historischen Luxuswagen der spanisch-französichen Marke aus der Anfangszeit des Automobilbaus. Dafür bietet es rund 1000 elektrische PS.

Luxusflitzer statt Mobilität für alle

Eine Vielzahl neuer, kleiner Marken ist dort jetzt am Start. Die Mehrzahl zeigt ziemlich gleich aussehende Sportwagenkonzepte mit überbordender Leistung, wenig Nutzwert und exorbitanten Preisen (siehe Fotostrecke). Fahrzeuge also, die man so gut wie nie auf der Straße sehen wird und die weder technisch noch vom Nutzungskonzept her in die Zukunft blicken – selbst wenn überraschend viele Strom als Energiequelle nutzen. Das zweisitzige 1000-PS-Monster das Format der Automobilmesse retten werden, ist wohl eher unwahrscheinlich.

Etwas andere Autoanzeige: Eine Liebeserklärung an einen VW T3

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.