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Milchpreise: Jetzt senkt Aldi auch noch die Preise für Bio-Milch

Bei den Discountern Aldi und Norma purzeln die Preise für Milch. Nachdem seit Anfang Mai konventionell hergestellte Milch 25 Prozent weniger kostet, dreht Aldi nun bei Bio-Milch an der Preisschraube. Für Bauern sind das Horror-Nachrichten.

Aldi und Norma senken Milchpreise

Anfang Mai hatten Aldi und Norma die Preise für Milch um 25 Prozent gesenkt. Nun wird auch Bio-Milch günstiger.

Die Discounter drehen wieder an der Preisschraube. Bereits Anfang des Monats hatten Aldi und Norma die Milchpreise für konventionell hergestellte Milch und Milchprodukte gesenkt. Ein Liter fettarmer Milch kostet nur noch 42 Cent und Vollmilch 46 Cent, je 13 Cent weniger. Nun purzeln auch die Preise für Bio-Produkte. Aldi Nord und Süd reduzieren die Bio-Milch um acht Cent. Fettarme Bio-Milch kostet nun 95 Cent pro Liter, Vollmilch 1,05 Euro. Auch andere Milch-Produkte werden günstiger. Bio-Butter kostet mit 1,69 Euro zehn Cent weniger. Auch Quark und saure Sahne sind günstiger. Die Preise für Joghurt und Käse bleiben stabil.

Lidl will Milch nicht günstiger verkaufen

Gerade die Preispolitik von Aldi ist für den gesamten Einzelhandelsmarkt relevant. Reduziert der Marktführer die Preise, ziehen andere Supermärkte wie Rewe, Edeka oder Lidl meist nach. Bislang scheint es allerdings so, dass die Preise bei anderen Handelsketten unverändert bleiben. So berichtet das Fachportal "Biohandel-online.de", dass Edeka Südwest bei der eigenen Regionalmarke die Preise nicht anpassen wolle. Auch Lidl, die künftig die Eigenmarke Milbona mit dem Hinweis "ohne Gentechnik" auszeichnen wird, belässt die Preise auf dem alten Niveau. Lidl zahle an die Milchbauern einen Zuschlag, da sie auf gentechnikfreie und bevorzugt heimische Futtermittel zurückgreifen. 

Politik setzt auf Milchgipfel

In Berlin beobachtet man den Preisverfall skeptisch. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) wolle noch in diesem Monat Landwirtschaft, Molkereien und den Handel an einen Tisch holen, um über die Entwicklung zu sprechen. "Bei diesen Preisen wird die Axt an die Existenzgrundlage unserer Bauern angelegt", sagte Schmidt der "Bild am Sonntag". "Im Moment zahlen unsere Bauern allein die Zeche, Handel und Molkereien verdienen weiter." Verbraucher könnten den Milcherzeugern helfen, "wenn wir nicht immer zur billigsten Milch greifen." 

kg mit Agenturen
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