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Milliardenhilfe aus Fonds: Spanien greift Banken unter die Arme

Spanien will seinen angeschlagenen Banken mit bis zu 30 Milliarden Euro helfen. Das Geld werde aus dem mit maximal 99 Milliarden Euro gefüllten Fonds für die geordnete Banken-Restrukturierung kommen, sagte Wirtschaftsministerin Elena Salgado.

Spanien will seinen angeschlagenen Banken mit bis zu 30 Milliarden Euro helfen. Das Geld werde aus dem mit maximal 99 Milliarden Euro gefüllten Fonds für die geordnete Banken-Restrukturierung kommen, sagte Wirtschaftsministerin Elena Salgado am Donnerstag in einem Fernsehinterview. "Der Fonds wird für den Bedarf der Banken mehr als ausreichend sein." Die Regierung hat den Topf eingerichtet, um Fusionen in dem zersplitterten Bankenmarkt voranzutreiben.

Insbesondere regionale Institute und Sparkassen haben einen enormen Abschreibungsbedarf durch überhöhte Immobilienbestände in ihren Büchern. Sie bekommen am internationalen Markt kaum noch an Geld, weil potenzielle Kreditgeber Angst vor einem Zahlungsausfall haben.

Das überschuldete Land hat sich zudem zu einem hohen Preis mit Milliarden am Kapitalmarkt eingedeckt. Die zehnjährige Staatsanleihe wurde um drei Milliarden Euro aufgestockt, teilte Madrid mit. Dafür werden 4,864 Prozent Zinsen fällig. Bei der vorangegangenen Auktion waren es lediglich 4,045 Prozent. Außerdem wurde eine 30-jährige Anleihe um 479 Millionen aufgestockt. Hier stieg der Zinssatz von 4,758 auf 5,908 Prozent. Die Nachfrage der privaten Investoren überstieg das Angebot deutlich: Die Emissionen waren um das 1,88-Fache beziehungsweise 2,44-Fache überzeichnet.

An den Märkten sorgten die Ergebnisse für Erleichterung. "Die starke Nachfrage nach spanischen Anleihen dürften helfen, das Vertrauen wiederherzustellen", sagte Ciaran O'Hagan von Societe Generale. Der Euro stieg auf ein Tageshoch von 1,2339 Dollar. Der Risikoaufschlag für spanische Staatsanleihen im Vergleich zur deutschen Bundesanleihe fiel von dem Rekordhoch von 2,24 Prozentpunkten auf 2,24 Punkte.

Reuters / Reuters
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