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Nach stern-Bericht: Mr. Wash muss für Kamera-Überwachung zahlen

Mr. Wash hat in seinen Filialen Mitarbeiter per Webcam überwacht. Knapp ein halbes Jahr, nachdem der stern das aufdeckte, müssen Kameras demontiert werden, das Unternehmen ein Bußgeld zahlen.

Mr. Wash geriet ins Visier der Datenschützer: Kameras in den Waschanlagen und Werkstätten müssen nun abgeschraubt werden

Mr. Wash geriet ins Visier der Datenschützer: Kameras in den Waschanlagen und Werkstätten müssen nun abgeschraubt werden

Die Autowaschkette Mr. Wash hat für Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen nun die Quittung bekommen. Der nordrhein-westfälische Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit verhängte ein Bußgeld von 64.000 Euro gegen das Unternehmen. Mehr als 60 Kameras seien beanstandet worden, bestätigte ein Behördensprecher auf Anfrage.

Zoom auf den Arbeitsplatz

Bei Mr. Wash arbeiten rund 800 Menschen in den bundesweit 33 Niederlassungen. Im Februar dieses Jahres hatte der stern berichtet, dass in mindestens 23 Filialen auch außerhalb von sicherheitssensiblen Tankstellenbereichen Webcams montiert waren. Waschstraßen, Ölwechselgruben, Polierstationen – aus der Essener Firmenzentrale ließ sich beinahe jeder Arbeitsplatz heranzoomen.

Eine solche Form der permanenten Arbeitsplatzkontrolle ist ein schwerer Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen und nicht erlaubt – egal, ob die Erfassung vorsätzlich erfolgt oder fahrlässig etwa durch eine falsche Ausrichtung der Videosysteme. Daneben seien auch Kundenbereiche von unzulässiger Überwachung betroffen gewesen, so der Datenschutzbeauftragte. Inwieweit einzelne Kameras gezielt nur zur Leistungskontrolle installiert worden seien, habe die Behörde im Nachhinein nicht mehr eindeutig klären können. Mr. Wash hatte die beinahe flächendeckende Kontrolle durch Webcams unter anderem als Instrument zum Erkennen von Staus auf dem Betriebsgelände gerechtfertigt.

Die Missstände sind heute offenbar abgestellt: Über 30 Kameras mussten abgebaut werden – etwa in Bereichen, in denen Mitarbeiter Pause machten. Mr. Wash gibt an, das Bußgeld zu akzeptieren. Eine "verdeckte Mitarbeiterüberwachung" habe es aber nicht gegeben, so die Firma. Mittlerweile sei ein betrieblicher Datenschutzbeauftragter benannt worden.

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