HOME

Hamburgs Olympia-Bewerbung: Die Milliardenrechnung geht an den Steuerzahler

Hamburg hat eine Chance auf die Olympischen Spiele, die vor allem eines sind: unendlich teuer. Wer die Zeche überdimensionierter Großprojekte am Ende zahlt, sieht man bereits an der Elbphilharmonie.

Ein Kommentar von Katharina Grimm

Ist das Ironie oder Sarkasmus? Augerechnet die beiden Städte in Deutschland, die auch international durch vergurkte Großbaustellen auf sich aufmerksam gemacht haben, rangelten sich nun um die Möglichkeit die Olympischen Spiele 2024 oder 2028 auszutragen. Nun hat Hamburg gewonnen. Zeit zum Jubeln? Eigentlich nicht, denn so aufregend und super die Spiele auch sind - die Hansestadt hat dadurch zunächst nur ein weiteres milliardenschweres Mammutprojekt an der Hacke.

Aber zu den Fakten: Allein die Bewerbung ist mit rund 50 Millionen Euro veranschlagt. Bislang. Einen ersten Finanzreport der Hamburger Regierung soll es im Sommer geben. Solange gibt es nur Schätzungen zu den Kosten der Spiele.

Vorläufig kalkuliert der Senat laut des Bewerbungskonzepts mit etwas über einer Milliarde Euro Ausgaben für die Spiele. Allerdings sind in dieser Summe nur der Neubau und die Sanierung von Sportstätten eingepreist. Geht man von Kostensteigerungen bis spätestens 2028 aus und berechnet man auch die Planungs- und Kostenrisiken beläuft sich der Spaß auf bis zu 2,17 Milliarden Euro. Allerdings: Auch hier fehlen noch einge kostenintensive Punkte.

Infrastruktur und Sicherheit: Das wird teuer

Noch dazu kommen Ausgaben für die Infrastruktur, also Straßen und öffentliche Verkehrsmittel und Wohnen für Sportler im Olypischen Dorf, berichtet das "Abendblatt". Insgesamt könnten sich die Kosten auf 6,5 Milliarden Euro belaufen, schreibt das "Abendblatt". Zum Vergleich: Der jährliche Haushalt von Hamburg beträgt rund 12 Milliarden Euro.

Vielleicht erwartet die Handelskammer auch daher, dass der Bund einen Großteil der Ausgaben übernimmt und Hamburg selbst nur eine Milliarde ausgeben muss.

Allerdings ist die Rechnung immer noch nicht vollständig, denn das Sicherheitskonzept für die Spielstätten und das Olympiadorf fehlen ebenso. In Zeiten drohender Terrorangriffe sicherlich kein Schnäppchen. Hier fehlen auch noch Schätzungen.

Kostenexplosion kennen die Hamburger Steuerzahler

Hamburger können am Hafen einen Stein gewordenen Rechenfehler begutachten. Die Elbphilharmonie, ein schillerndes Aushängeschild für die Hansestadt - ärgerlich ist dabei die Kostenexplosion. Die Baukosten haben sich inzwischen mehr als verzehnfacht: Plante man ganz am Anfang mit 77 Millionen Euro, müssen inzwischen rund 800 Millionen Euro gezahlt werden. Und: Fertig ist der Bau noch nicht. Bleibt abzuwarten, was das gute Stück am Ende wirklich kosten wird. Klar ist nur eines: Der Steuerzahler muss die Zeche zahlen.

Sollten die Olympischen Spiele ähnlich genau und realistisch geplant werden, könnten auch hier die Kosten ganz schnell explodieren und auf den Deckel der Hamburger gehen.

Dass die Kosten aus dem Ruder laufen können, zeigt ein Blick auf die Olympia-Quittungen anderer Spielorte. So plante Atlanta 1996 mit Kosten von 730 Millionen Euro - und musste am Ende fast 1,3 Milliarden Euro zahlen. Auch die Spiele in Peking sprengten das Budget. Insgesamt 26,6 Milliarden Euro wollten die Chinesen investieren, schreibt das "Abendblatt". Am Ende waren die Spiele deutlich teurer: 33 Milliarden Euro.