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PHARMA: Lipobay war für Bayer 2001 Gewinnsenker

Bayer halbierte wegen der Lipobay-Krise in 2001 fast den Gewinn, übertraf aber dafür die Analystenschätzungen beim operativen Ergebnis. Die Pharmabranche wittert Morgenluft.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat 2001 einen Gewinneinbruch verbucht. Der Konzern musste einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr um 47 Prozent auf 965 Millionen Euro mitteilen. Zur Konjunkturabkühlung bei Kunststoff und Chemie kamen die Probleme im Pharmabereich durch den Cholesterinsenker Lipobay hinzu.

Vermarktungsstopp von Lipobay war teuer

Bayer hatte die Vermarktung dieses Mittels im Sommer gestoppt. Mit diesem Medikament wurde der Tod von weltweit etwa 100 Menschen in Verbindung gebracht. Der Konzernumsatz ging um 2 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro zurück.

Verkäufe werden Ergebnis aufbessern

Der Vorstandschef Manfred Schneider sprach von einer ernüchternden Bilanz. Für 2002 wird eine deutliche Gewinnverbesserung erwartet. Dazu werden auch Verkaufserlöse beitragen: Bayer will drei Unternehmen und seine Haushaltsinsektizide veräußern, die nicht zum Kerngeschäft gehörten. So soll ein baldiger Eigentümerwechsel bei der Duftstoff- und Aromatochter Haarmann & Reimer bevorstehen.

Konzernumbau

Das laufende Jahr steht im Zeichnen des Konzerumbaus zu einer Führungsholding mit rechtlich selbstständigen Töchtern. Dazu werden die Arbeitsgebiete Gesundheit, Chemie, Pflanzenschutz und Kunststoffe in 4 Aktiengesellschaften übertragen. In dieser Form ist Bayer schlagkräftiger und effizienter.