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PHARMA: US-Verbraucherorganisationen klagen gegen Bayer

Ein Abkommen mit Generikaherstellern verhindert niedrigere Preise für das Milzbrandmedikament Cipro und soll für illegal erklärt werden.

US-Verbraucherorganisationen haben am Donnerstag eine Klage gegen ein Abkommen des Bayer-Konzerns mit drei Generikaherstellern eingereicht, dass ihrer Ansicht nach billigere Version des Milzbrandmedikaments Cipro verhindert. Die insgesamt 14 Gruppen wollen, dass die Vereinbarung von Bayer mit Barr Laboratories, Ruby und Hoechst-Marion-Roussel für illegal erklärt wird.

Es herrscht ein öffentlicher Notstand. Bayer darf billigere Medikamente nicht verhindern, erklärte eine Sprecherin. Bayer zahlt den Firmen, die Generika herausbringen wollten, 200 Millionen Dollar. Barr verteidigte das schon einige Jahre zurückliegende Abkommen. Ein Prozess gegen Bayer wäre vermutlich verloren gegangen.

Bayer hatte sich am Mittwoch dem Druck der US-Regierung gebeugt und die Preise für Cipro-Lieferungen an die Regierung drastisch gesenkt. Für die nächste Lieferung von über 100 Millionen Tabletten des Antibiotikums wird das US-Gesundheitsministerium pro Stück statt bisher 1,77 US-Dollar (3,88 Mark) nur noch 95 Cent zahlen. Bei weiteren Lieferungen soll der Preis schrittweise sogar auf 75 Cent sinken. Vor der Einigung Mittwochnacht hatte die US-Regierung gedroht, den Patentschutz für Cipro auszusetzen, falls es nicht zu einer Einigung komme.

»Bayer fühlt sich verpflichtet, Amerika in seinem Kampf gegen den Bioterrorismus zu unterstützen«, sagte Helge Wehmeier, Leiter der Bayer Corporation Inc., Pittsburgh. Durch das Abkommen über die Lieferung von bis zu 300 Millionen Cipro-Tabletten erhalte die Regierung einen hinreichend großen Vorrat des Antibiotikums, um die Bevölkerung vor den Auswirkungen eines Milzbrandanschlages zu schützen. Die Einigung hat keine Auswirkung auf die Preise für Privatverbraucher.

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