HOME

Service im Hotel: Brauchen wir Pimkies Polyester-Fashion aus der Minibar?

Ein Hotel in Antwerpen bietet in der Minibar ausgesuchte Klamotten von Pimkie an. Für den Notfall. Aber was für ein Notfall soll das sein?

Von Katharina Grimm

Aktuelle Mode und Fashion aus der Minibar: Pimkie verkauft Klamotten in Hotelzimmern.

Aktuelle Mode und Fashion aus der Minibar: Pimkie verkauft Klamotten in Hotelzimmern.

Oh mein Gott: Sie stehen in einem Hotel in Antwerpen und haben nichts anzuziehen? Vielleicht haben Sie ihren Koffer verloren. Oder zu Hause vergessen. Oder sogar vergessen zu packen. Ganz gleich, warum Sie einen Mode-Notfall haben: Ruhe bewahren - und beherzt in die Minibar greifen!

Nein, nicht zum Schnaps. Die winzigen Fläschchen Whisky oder Gin können nicht weiterhelfen. Wobei - vielleicht gar keine schlechte Idee. Denn angeschickert ist der nächste Schritt leichter zu verdauen. Denn Ihr Mode-Dilemma löst sich dank der Pimkie-Mini-Fashionbar in Luft auf. Ja, genau, Pimkie, dieser Klamottenladen für Teenies. Mit jugendlichen Schnitten und viel Kunstfaser.

Das Unternehmen verspricht die aktuellen Trends der Stadt auf einer kleinen Kleiderstange im Hotelzimmer. Zusammengestellt haben die Outfits Modeblogger. Dazu gibt es passende Accessoires und sogar Schuhe. Auch verschiedene Größen werden angeboten. Und bezahlt wird am Ende des Aufenthalts - eben genau wie bei den kleinen Fläschchen aus der Minibar. Schuppdiwupp, hat der weibliche Hotelgast das perfekte Outfit am Start.

Kunstleder, Chemiefaser und Plastik

Zumindest eigentlich, denn auch wenn die trendigen Teile mega-super-geil aussehen, bestehen sie fast alle aus Polyester. Oder Polyester und Elastan. Das sind diese knitterfreien Chemiefasern, die den menschlichen Körper nahezu hermetisch abriegeln und so gut es geht atmungsinaktiv den stechenden Schweißgeruch verstärken. Schick, aber stinkig. Solange der Hotelgast die Arme nicht hebt, könnte das noch funktionieren.

Bei den Schuhen kann sich der Minibar-Kunde über Kunstlederschuhe freuen, die nicht nur super Blasen machen, sondern auch einen saftigen Käsefuß. Solange die Schuhe am Fuß bleiben, sollte das kein Problem darstellen. Aber nach ganztägigem Tragen in der Hochsommerhitze Antwerpens gleicht das Schuhe-Ausziehen am Abend einem Giftgasanschlag.

Aufpeppen kann die Fashionista das Ensemble, das immer passend zum aktuellen Trend, der Jahreszeit und der Stadt ausgesucht wird, mit angesagten Plastikketten und billigem Modeschmuck, der nicht mal teuer aussieht.

Lang lebe die Minibar!

Bislang gibt es die Fashion-Minibar nur in einem Hotel in Antwerpen, doch der Werbefilm der Kampagne verspricht, dass das Angebot auch auf weitere europäische Hotels ausgeweitet werden soll. Ob nun die in Hotels schlafenden Frauen unbedingt zur Zielgruppe der quietschigen Pimkie-Mode gehören, ist ungewiss. Laut "Werben & Verkaufen" komme das Angebot in Antwerpen zumindest gut an. Na dann: Lang lebe die Kunstfaser! Dann brauchen Sie künftig auch keine Koffer mehr schleppen.